Erstmals im Doppel: Südwest-SPD bestätigt neue Parteispitze
Erstmals führt eine Doppelspitze die SPD: Isabel Cademartori und Robin Mesarosch vereinen unterschiedliche Richtungen an der Spitze. Ob die beiden die Partei in Baden-Württemberg retten können?
Cademartori und Mesarosch nach ihrer Wahl auf der Bühne.Bernd Weißbrod/dpa
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Die Mannheimer Bundestagsabgeordnete Isabel Cademartori und der ehemalige Bundestagsabgeordnete Robin Mesarosch aus Sigmaringen stellen die neue Doppelspitze der SPD in Baden-Württemberg. Cademartori erhielt beim Parteitag in Ulm 266 der 303 Stimmen (87,8 Prozent), Mesarosch kam auf 238 Ja-Stimmen (78,5 Prozent). Es gab jeweils 3 Enthaltungen.
Die SPD hatte vorab bereits eine Mitgliederbefragung durchgeführt. Das junge Duo hatte sich mit einer absoluten Mehrheit gegen die Gegenkandidaten durchgesetzt. Das Ergebnis der Mitgliederbefragung war politisch bindend, Cademartori und Mesarosch mussten nur noch formal vom Parteitag gewählt werden.
Für eine Gesellschaft, „die für alle funktioniert“
Mesarosch ist 35 Jahre alt und hat auf Instagram eine große Reichweite. Dort folgen ihm derzeit 129.000 Menschen - mehr als den Parteichefs Lars Klingbeil und Bärbel Bas. Kurz nach der Landtagswahl hatte Mesarosch mit einer Wutrede auf seinem Kanal für Aufsehen gesorgt.
Cademartori ist seit 2021 direkt gewählte Bundestagsabgeordnete für Mannheim. Die 1988 geborene Politikerin ist verkehrspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion.
Es ist das erste Mal, dass die SPD im Südwesten von einer Doppelspitze vertreten wird. Das Duo vereint dabei auch verschiedene Flügel der Partei. Mesarosch ist links-progressiv, Cademartori gehört zum Seeheimer Kreis, einem konservativen Zusammenschluss von SPD-Bundestagsabgeordneten. Die beiden wollen die SPD aus der Krise führen - bei der Landtagswahl kamen die Sozialdemokraten nur noch auf 5,5 Prozent der Stimmen.
In ihrer Bewerbungsrede rief Cademartori dazu auf, die SPD in Baden-Württemberg wieder erfolgreich zu machen. Sowohl sie als auch Mesarosch rechneten mit der aktuellen Landesregierung ab. Mesarosch erklärte, die SPD sei „wirklich die einzige Partei, die für eine Gesellschaft kämpft, die für alle funktioniert“.
Robin Mesarosch und Isabel Cademartori wollen die SPD aus der Krise holen.Bernd Weißbrod/dpa
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