dpa

Erster Nachweis: Größte Fledermausart Europas entdeckt

Ein Blick in einen Fledermauskasten - und ein Naturfreund ist sprachlos. Was der Fledermauskundler in einem Wald bei Luckenwalde entdeckt, ist eine absolute Ausnahme.

08.06.2026

Ein erstmals in Brandenburg nachgewiesener Riesenabendsegler, die größte Fledermausart Europas, wird gezeigt Der Fledermauskundler Ingo Richter entdeckte das Männchen in einem Wald bei Luckenwalde.Ingo Richter/dpa

Ein erstmals in Brandenburg nachgewiesener Riesenabendsegler, die größte Fledermausart Europas, wird gezeigt Der Fledermauskundler Ingo Richter entdeckte das Männchen in einem Wald bei Luckenwalde.Ingo Richter/dpa

© Ingo Richter/dpa

In Brandenburg ist erstmals der sehr seltene Riesenabendsegler - die größte in Europa vorkommende Fledermausart - entdeckt worden. Der Nachweis in einem Wald bei Luckenwalde (Landkreis Teltow-Fläming) südlich von Berlin sei schon etwas sehr Besonderes, sagte der Sprecher des Landesamtes für Umwelt, Thomas Frey. Bislang habe es in Deutschland lediglich drei bestätigte Nachweise des Riesenabendsegler (Nyctalus lasiopterus) gegeben. 

Riesen-Überraschung für Fledermauskundler

Der erfahrene Fledermauskundler Ingo Richter machte die besondere Entdeckung, als er am 24. Mai in einem Wald bei Woltersdorf nahe Luckenwalde Fledermauskästen kontrollierte. Dabei fiel ihm ein besonders groß wirkendes Tier auf. Er habe den Fund zunächst kaum fassen können und sei sprachlos gewesen, erzählte der Naturfreund der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor berichtete die „Märkische Allgemeine Zeitung“. 

Vermessen und fotografiert - Nachweis bestätigt

Der Fledermauskundler vermaß den Unterarm des männlichen Tieres, fotografierte es und setzte es wieder in sein Versteck. Das Landesumweltamt bestätigte dann den ersten Nachweis in Brandenburg. 

Der acht bis zehn Zentimeter große Riesenabendsegler kann eine Flügelspannweite von 43 bis 46 Zentimetern erreichen. Auffällig ist das dichte Fell im Nackenbereich, das optisch ein wenig an eine Löwenmähne erinnert. 

Zum Vergleich: Der in Brandenburg recht häufig vorkommende Abendsegler erreicht eine geringere Flügelspannweite bis zu 40 Zentimetern. Baumhöhlen dienen den Fledermäusen als Schutzquartiere. 

Riesenabendsegler gilt als gefährdet

Der Riesenabendsegler ist laut Landesamt für Umwelt vor allem in Süd- und Osteuropa verbreitet, kommt aber auch dort nicht häufig vor. Die Art sei in die Globale Rote Liste aufgenommen und als gefährdet eingestuft, so die Behörde. 

Der Riesenabendsegler gilt zudem als sehr wanderfreudig. Er kann nach Einschätzung von Fachleuten bis zu 400 Kilometer in einer Nacht zurücklegen und streift quer durch Europa umher, wie Fledermauskundler Richter erklärte. 

Laut Naturschutzbund Nabu fliegen in Deutschland 25 unterschiedliche Fledermausarten durch die Nacht.