Erste Hafen-Tarifrunde endet ohne Einigung
Wie viel Lohn bekommen Hafenarbeiter in Zukunft? Das verhandeln Gewerkschaft und Arbeitgeber. Was beim ersten Gespräch herauskam.
Gewerkschaft und Arbeitgeber konnten sich noch nicht einigen. Sina Schuldt/dpa
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Die erste Tarifverhandlung für die rund 11.000 Beschäftigten der norddeutschen Seehäfen ist in Bremen ohne Ergebnis zu Ende gegangen. „Das Angebot der Arbeitgeber bleibt weit hinter dem zurück, was die Kolleginnen und Kollegen angesichts ihrer enormen Belastung und ihrer zentralen Rolle für die Leistungsfähigkeit der deutschen Seehäfen verdienen“, erklärten die Verdi-Verhandlungsführerinnen Sylvi Krisch und Francisca Bier.
„Wer die Leistungsfähigkeit der deutschen Seehäfen sichern will, muss die Menschen stärken, die sie tagtäglich am Laufen halten“, betonte Krisch. Dazu gehöre zwingend eine deutliche Verbesserung der Einkommen - insbesondere für die unteren Entgeltgruppen. Die Gespräche sollen am 5. und 6. August in Bremerhaven fortgesetzt werden.
Die Gewerkschaft Verdi fordert 8,2 Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 2,50 Euro mehr pro Stunde. Sie verweist auf die Steigerungen beim Containerumschlag, die den Hafenbetrieben zugutegekommen seien. Zugleich hätten weitere Kostensteigerungen die Kaufkraft der Hafenarbeiterinnen und Hafenarbeiter geschmälert.
Der Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) gab sich mit Verweis auf die laufenden Verhandlungen zurückhaltend. „Der ZDS möchte an die Lohnrunde im vergangenen Jahr anknüpfen, um die Stabilität und Verlässlichkeit der deutschen Seehäfen sicherzustellen“, hieß es in einem Statement der Arbeitgeberseite vorab.
Schnelle Einigung? Sonst drohen Warnstreiks
Im vergangenen Jahr hatte sich die Tarifparteien bereits nach zwei Verhandlungstagen mehr oder weniger geräuschlos unter anderem auf eine Anhebung der Stundenlöhne um 3,1 Prozent geeinigt. Außerdem gab es - je nach Art des Betriebes - Einmalzahlungen von 1.800 oder 1.200 Euro. Als Laufzeit waren zwölf Monate vereinbart worden.
Doch nicht immer verliefen die Verhandlungen so harmonisch: 2022 und 2024 brauchte es mit neun beziehungsweise zehn Verhandlungsrunden deutlich länger und es gab teils tagelange Warnstreiks.
Die Gewerkschaft Verdi fordert 8,2 Prozent mehr Gehalt.Sina Schuldt/dpa
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