Erpressung, Schüsse, Brandsätze: Drei Männer vor Gericht
Vier Schüsse werden auf ein Restaurant in Berlin-Neukölln abgefeuert, zwei Tage später kommt es zu einer Attacke mit mehreren „Molotowcocktails“. Es ging laut Ermittlungen um Erpressung des Inhabers.
Nach Schüssen auf ein Restaurant in Berlin-Neukölln stehen drei Männer vor Gericht. (Symbolbild) Jens Kalaene/dpa
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Mit Schüssen auf ein Lokal und Brandsätzen sollen Erpresser eine Drohkulisse gegen einen Restaurantinhaber aufgebaut haben. Drei der mutmaßlichen Täter stehen nach den Attacken im Januar 2025 vor dem Landgericht Berlin. Die Angeklagten im Alter von 21, 21 und 35 Jahren sollen sich mit weiteren Mittätern zusammengeschlossen haben, um den Gastronom „unter Androhung von erheblicher Gewalt“ zu erpressen. Bis zu 200.000 Euro seien verlangt worden.
Die Staatsanwaltschaft legt den drei Männern versuchte besonders schwere räuberische Erpressung, Brandstiftung, Sachbeschädigung und Verstoß gegen das Waffengesetz zur Last. Zu Prozessbeginn schwiegen die Angeklagten. Der Verteidiger eines 21-Jährigen sagte, sein Mandant bestreite die Vorwürfe pauschal.
35-Jähriger mit „führender Rolle“?
Der Restaurantinhaber wurde laut Anklage im Januar 2025 telefonisch zur Zahlung von zunächst 50.000 Euro aufgefordert. Als der Mann dies abgelehnt habe, sei ihm mit der Zerstörung seines Lokals in Berlin-Neukölln gedroht worden. Vier Schüsse seien wenige Tage später auf die Gaststätte abgegeben und die Forderung auf 200.000 Euro erhöht worden. Zwei Tage später seien drei sogenannte Molotowcocktails in die Gaststätte geworfen worden. Es sei Sachschaden entstanden.
Die drei aus der Türkei stammenden Männer waren laut Anklage ohne festen Wohnsitz in Deutschland. Der 35-Jährige hatte nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft „jedenfalls hier im Bundesgebiet innerhalb der Tätergruppe eine führende Rolle inne und gab Anweisungen zu den jeweiligen Ausführungen der Tat“.
Zwei Angeklagte bereits in Strafhaft
Der 35-Jährige befindet sich derzeit nach zwei inzwischen rechtskräftigen Verurteilungen in Strafhaft. Er wurde im November 2025 in einem Verfahren wegen versuchter schwerer räuberischer Erpressung zu vier Jahren und acht Monaten Haft verurteilt. Im weiteren Prozess ergingen sechs Jahre Haft wegen Anstiftung zur gefährlichen Körperverletzung.
Auch ein 21-jähriger Angeklagter verbüßt derzeit eine Haftstrafe. Nach Schüssen auf zwei Supermarktfilialen im März 2025 jeweils nach Ladenschluss, die Teil eines Erpressungsversuchs gewesen seien, erging eine Strafe von zwei Jahren und neun Monate Haft gegen ihn. Für den aktuellen Prozess sind bislang zehn weitere Tage bis zum 7. Dezember terminiert.
Seit längerem macht Gewaltkriminalität mit Schusswaffen der Polizei Sorgen. Das Berliner Landeskriminalamt (LKA) hatte im November 2025 die Sondereinheit „Ferrum“ (lateinisch für „Eisen“) ins Leben gerufen. Auch die Staatsanwaltschaft setzte eine spezielle Ermittlungsgruppe „Telum“ (lateinisch für „Angriffswaffe“) ein.