Energie verliert unglücklich, Hansa hofft, Aue punktet
Der Kampf um den Zweitliga-Aufstieg wird in den letzten fünf Saisonspielen für Cottbus und Rostock zum Krimi. Aussetzer darf sich keiner mehr leisten. Aue ist nach einem Remis nicht mehr zu retten.
Rostocks Trainer Daniel Brinkmann kann noch mit dem Aufstieg liebäugeln.Swen Pförtner/dpa
© Swen Pförtner/dpa
Leipzig (dpa) –
Cottbus ohne Überzeugung im Angriff
Diese Niederlage tut Energie Cottbus richtig weh. Statt mit einem Sieg bis auf einen Zähler an Spitzenreiter VfL Osnabrück heranzurücken, sind es nach der 0:1-Pleite nun deren sieben. „Wir haben einen groben Fehler mehr gemacht als der Gegner“, sagte Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz bei MagentaSport. Seiner Meinung nach hat nicht unbedingt die bessere Mannschaft gewonnen.
Wollitz haderte vor allem mit dem eigenen Angriffsspiel. Man habe unfassbar viele Standardsituationen gehabt, im letzten Drittel aber ohne Überzeugung gespielt und die falschen Entscheidungen getroffen. „Wenn wir da die Wucht haben, haben wir auch eine enorme Intensität. Wir haben im Gegenpressing oft nicht sauber genug gespielt“, sagte Wollitz und prangerte auch noch die Abwehrarbeit beim Gegentor an.
Ansonsten konnte er seinem Team nicht viel vorwerfen und kündigte deshalb am nächsten Sonntag beim nächsten Top-Spiel gegen den Zweiten Rot-Weiss Essen auch keine Reaktion an. „Warum sollten wir reagieren? Weil wir unglücklich 0:1 verloren haben? Ich bin von meiner Mannschaft überzeugt. Jetzt geht es darum, in den letzten fünf Spielen schlau zu sein“, betonte Wollitz. Bei einem Sieg gegen Essen hätte man nur noch einen Punkt Rückstand zum direkten Aufstiegsrang.
Hansa weiter im Aufstiegsrennen
Mit Blick auf das Ergebnis und die aktuelle Tabelle hatte Trainer Daniel Brinkmann gute Laune. Sein FC Hansa Rostock besiegte Kellerkind SSV Ulm standesgemäß 5:1, belegt mit 59 Punkten fünf Spieltage vor dem Ende Rang fünf und hat die Aufstiegsränge weiter im Blick. Gegenwärtig beträgt der Rückstand fünf Zähler. Vor einem Jahr benötigte man 70 Punkte, um in die 2. Bundesliga zu springen.
„Letztes Jahr hatten wir 60 Punkte. Ich gehe stark davon aus, dass wir da eine Ecke drüber kommen. Das heißt, wir haben eine Entwicklung. Man kann einen positiven Trend festlegen. Jetzt gilt es, ein bisschen zu hoffen. Nächste Woche wird was passieren. Wir müssen unsere Hausaufgaben machen, wie heute“, sagte der Coach bei MagentaSport angesichts der Tatsache, dass die vor Hansa platzierten Teams teilweise noch gegeneinander spielen.
Gegen Ulm brachte sich seine Mannschaft nach einer 2:0-Führung und dem Anschlusstor selbst in Schwierigkeiten. Bis zum klaren Endstand musste lange gekämpft werden. „Für mich ist das 5:1 zu hoch. Ich möchte, dass wir sowas souveräner runterspielen und nicht nochmal dieses Momentum des Zitterns haben“, sagte Brinkmann. Und Maximilian Krauß betonte: „Nach dem 3:1, gerade ab der 60. Minute, war das Spiel schon ein bisschen tot. Es war wenig Bewegung drin, wenig Torraumszenen. Aber dann haben wir trotzdem den Schalter nochmal umgelegt. Das zeigt den Charakter der Mannschaft.“
Aue schafft mal wieder einen Punktgewinn
Wenn so der Kampf um den letzten Strohhalm in Sachen Klassenverbleib aussieht, dann hat der FC Erzgebirge Aue diesen nicht verdient. Trotz eines 1:1 gegen den SC Verl lieferten die Sachsen den Beweis dafür, warum sie so tief im Tabellenkeller stehen. Besonders in der ersten Halbzeit war das Spiel der „Veilchen“ leidenschaftslos. Die von Interimstrainer Khvicha Shubitidze angekündigten Fortschritte waren nicht zu sehen.
„Leider nicht“, beantwortete Shubitidze bei MagentaSport die Frage, ob seine Mannschaft das gezeigt habe, was er von ihr erwartet habe. „In der zweiten Halbzeit hat man gesehen, dass man mit schnellem vertikalen Spiel Ideen hatte. Leider wurde das aber schlecht ausgespielt“, sagte der bisherige Leiter des Auer Nachwuchsleistungszentrums.
Tatsächlich wurde Aue in Halbzeit zwei besser, das Ausgleichstor von Erik Weinhauer entsprang aber einem kapitalen Abspielfehler von Verls Torhüter Philipp Schulze.
Geht doch noch etwas für den FC Erzgebirge? „Darum geht es nicht. Wir wollen von Spiel zu Spiel besser werden. Wir sind dafür da, noch etwas zu bewegen, in den nächsten Spielen noch einmal eine Idee zu entwickeln. Die Spieler sollen das Gefühl bekommen, dass sie besser werden“, sagte Shubitidze.