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Endspurt im Berliner Wahlkampf - enges Rennen erwartet

Wer regiert künftig in der Hauptstadt? Nach den jüngsten Umfragen ist ein enges Rennen zu erwarten. Wenige Stunden vor der Wahl werben die Kandidaten nochmals um Stimmen.

18.09.2026

Ein Mann mit Kippa und Davidstern steht während des Wahlkampfabschlusses der Linken vor dem Roten Rathaus.Sebastian Gollnow/dpa

Ein Mann mit Kippa und Davidstern steht während des Wahlkampfabschlusses der Linken vor dem Roten Rathaus.Sebastian Gollnow/dpa

© Sebastian Gollnow/dpa

Endspurt mit prominenter Unterstützung: Zwei Tage vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus haben viele Parteien ihren wochenlangen Wahlkampf offiziell beendet. Die Linke wählte für ihre Kundgebung das Rote Rathaus, in das mit Spitzenkandidatin Elif Eralp einziehen möchte. „Am Sonntag geht es um einen Politikwechsel“, sagte die Linken-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur zum Abschluss des Wahlkampfs. 

Es gehe um ein bezahlbares Berlin, in dem sich die Menschen die Miete und „die schönen Dinge des Lebens“ noch leisten könnten. „Für ein Berlin, das seinen Menschen gehört und nicht den Interessen einiger Weniger“, so Eralp, die unter anderem von Gregor Gysi unterstützt wurde. „Am Sonntag kann Berlin ein neues Kapitel aufschlagen.“

Steffen Krach (r), Spitzenkandidat der SPD für die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus, und Klaus Wowereit (SPD), ehemaliger Regierender Bürgermeister von Berlin. Bernd von Jutrczenka/dpa

Steffen Krach (r), Spitzenkandidat der SPD für die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus, und Klaus Wowereit (SPD), ehemaliger Regierender Bürgermeister von Berlin. Bernd von Jutrczenka/dpa

© Bernd von Jutrczenka/dpa

SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach war in Begleitung von Berlins früheren Regierungschef Klaus Wowereit unterwegs. Er rief seine Partei zum Kampf um jede Stimme in den letzten 48 Stunden bis zur Schließung der Wahllokale auf. Besonders die AfD-Wähler müsse man für die Demokratie zurückgewinnen. „Mein Kampf geht gegen die AfD“, sagte er vor dem Wahlkampfbus der SPD mit der Aufschrift „Krach gegen Nazis“. Und appellierte zugleich: „Lasst uns diese Stadt nicht schlechtreden von den anderen. Berlin ist eine großartige Stadt.“ 

Wowereit: weltoffene Gesellschaft garantieren

Zuvor hatte der frühere Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit betont: „Als internationale Metropole haben wir nur eine Chance, wenn wir eine weltoffene, eine diverse Gesellschaft garantieren können.“ Niemand dürfe auf der Straße Angst haben, von Extremisten angefeindet zu werden, weder ein Jude noch ein dunkelhäutiger Mensch noch ein schwules Pärchen. 

Werner Graf, Bürgermeisterkandidat von Bündnis 90/Die Grünen Berlin, spricht beim Wahlkampfabschluss.Britta Pedersen/dpa

Werner Graf, Bürgermeisterkandidat von Bündnis 90/Die Grünen Berlin, spricht beim Wahlkampfabschluss.Britta Pedersen/dpa

© Britta Pedersen/dpa

Grünen-Spitzenkandidat Werner Graf warb im Mauerpark für eine Verkehrswende und mehr Klimaschutz in der Hauptstadt. Seine Partei trete etwa dafür ein, mehr verkehrsberuhigte Schulzonen einzurichten, damit weniger Kinder verletzt werden. Rund 700 verletzte Kinder im vergangenen Jahr - das sei nicht hinnehmbar, sagte Graf. Ihm gehe es um eine Verkehrswende, bei der kein Mensch mehr im Verkehr sterbe, aber auch Bus und Bahn wieder günstig seien und auch pünktlich kämen. Zusammengefasst laute die Botschaft seiner Partei: „Wir wollen, dass Berlin klimaneutral, bezahlbar und frei wird.“

Beim BSW zeigte sich Parteigründerin Sahra Wagenknecht zuversichtlich, dass ihre Partei es bei der Wahl ins Berliner Abgeordnetenhaus schafft. Eine Regierungsbeteiligung plane sie aber nicht, sagte sie am Rande des Wahlkampfabschlusses auf dem Alexanderplatz. 

CDU beendet Wahlkampf am Samstag

Die CDU hat ihren Wahlkampfabschluss erst am Samstag. Spitzenkandidat Stefan Evers wird nach einem Termin in Tempelhof-Schöneberg am späten Nachmittag in Steglitz zum Abschluss erwartet.

Ein Stimmzettelumschlag für die Briefwahl liegt hinter einem Stimmzettel für die Wahl zum 20. Abgeordnetenhaus von Berlin. (Symbolbild) Sebastian Gollnow/dpa

Ein Stimmzettelumschlag für die Briefwahl liegt hinter einem Stimmzettel für die Wahl zum 20. Abgeordnetenhaus von Berlin. (Symbolbild) Sebastian Gollnow/dpa

© Sebastian Gollnow/dpa

Neue Umfrage lässt Kopf-an-Kopf-Rennen erwarten

Das Rennen ist nach wie vor offen - das haben auch Umfragewerte der Forschungsgruppe Wahlen am Donnerstag gezeigt. Wie schon die zurückliegenden Umfragen lässt das ZDF-„Politbarometer“ ein Kopf-an-Kopf-Rennen erwarten. Auf Platz eins liegt demnach derzeit die Linke mit 22 Prozent, dahinter die CDU mit 20 Prozent.

Es folgen die AfD mit 18 Prozent, die Grünen mit 15 und die SPD mit 12 Prozent. Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) kommt auf 4 Prozent und müsste noch zulegen, um den Einzug ins Landesparlament zu schaffen. 23 Prozent der Befragten sagten, sie seien noch unsicher, welcher Partei sie am Sonntag ihre Stimme geben werden.

Wahlumfragen sind generell immer mit Unsicherheiten behaftet. Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf den Wahlausgang.

 

Wahlplakate verschiedener Parteien stehen am Tempelhofer Damm. (Symbolbild)Bernd von Jutrczenka/dpa

Wahlplakate verschiedener Parteien stehen am Tempelhofer Damm. (Symbolbild)Bernd von Jutrczenka/dpa

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Spitzenkandidaten noch einmal im Schlagabtausch

Bei der letzten Debatte der Spitzenkandidaten diskutierten Eralp, Evers, Graf und Krach am Donnerstagabend auf Einladung des „Tagesspiegels“ miteinander: unter anderem über Wohnungspolitik, Mobilität und Antisemitismus. Eralp sah sich dem Vorwurf ausgesetzt, nicht genug gegen Judenfeindlichkeit in ihrer Partei zu tun.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) rief am Abend bei seinem ersten und einzigen Auftritt im Berliner Wahlkampf zum vereinten Kampf gegen Antisemitismus auf und warb für seinen Reformkurs.

Dreier-Koalition am wahrscheinlichsten

Laut allen Umfragen der vergangenen Wochen kommt keine Zweier-Koalition auf eine Mehrheit, auch nicht das seit 2023 regierende Bündnis aus CDU und SPD. Als wahrscheinliche Optionen gelten Dreier-Koalitionen - also entweder aus CDU, Grünen und SPD oder aus Linken, Grünen und SPD.

Die AfD dürfte, anders als in Sachsen-Anhalt, bei der Regierungsbildung außen vor bleiben, weil die übrigen Parteien eine Zusammenarbeit mit der Rechtsaußen-Partei ablehnen.

Elif Eralp, Linken-Spitzenkandidatin bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin 2026, kommt zum Wahlkampfabschluss. Sebastian Gollnow/dpa

Elif Eralp, Linken-Spitzenkandidatin bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin 2026, kommt zum Wahlkampfabschluss. Sebastian Gollnow/dpa

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Werner Graf, Bürgermeisterkandidat von Bündnis 90/Die Grünen Berlin und Jürgen Trittin beim Wahlkampfabschluss. Britta Pedersen/dpa

Werner Graf, Bürgermeisterkandidat von Bündnis 90/Die Grünen Berlin und Jürgen Trittin beim Wahlkampfabschluss. Britta Pedersen/dpa

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Die Politikerin Sahra Wagenknecht (BSW) spricht beim Wahlkampfabschluss des BSW. Jens Kalaene/dpa

Die Politikerin Sahra Wagenknecht (BSW) spricht beim Wahlkampfabschluss des BSW. Jens Kalaene/dpa

© Jens Kalaene/dpa