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Elversbergs 4:3 gegen Augsburg: „Wie ein Elfmeterschießen“

Nach dem dritten Saisonsieg von Neuling Elversberg wusste kaum noch ein Spieler oder Zuschauer, wo ihm der Kopf steht. Nicht nur die Augsburger arbeiten sich am Unparteiischen ab.

18.10.2026

Wieder mal vor dem Bildschirm: Schiedsrichter Florian Exner.Uwe Anspach/dpa

Wieder mal vor dem Bildschirm: Schiedsrichter Florian Exner.Uwe Anspach/dpa

© Uwe Anspach/dpa

Ein Spiel im Schleudergang - und mittendrin Schiedsrichter Florian Exner, um den sich alles drehte. Die Protagonisten wussten nach dem nervenaufreibenden 4:3 (3:1)-Sieg der SV Elversberg gegen den FC Augsburg kaum, wohin mit ihren Emotionen und Reaktionen. „Nach Abpfiff konnte man sich gar nicht richtig freuen, weil man nicht wusste, ob noch was passiert“, sagte Abwehrspieler Maximilian Rohr vom saarländischen Bundesliga-Neuling und rang sich ein Lächeln ab. 

Die Fans verließen derweil mit ungläubigem Kopfschütteln die Stadion-Baustelle an der Kaiserlinde. Nicht nur Vincent Wagner war „voll durch“. Der Trainer der „Elv“ kündigte an: „Ich gehe in die warme Badewanne, guck mir nebenbei in Ruhe noch mal das Spiel an, dann kann ich es mir angucken mit ein bisschen Freude.“

Sieben Tore, vier Elfmeter - Fabian Rieder und Michael Gregoritsch trafen für Augsburg, Lukas Petkov verwandelte auf der Gegenseite erst im Nachschuss und Noel Futkeu drosch den Ball an die Latte -, ein zurückgenommener Treffer (Reif Adam/SVE) und vor allem: vier VAR-Entscheidungen von Schiedsrichter Exner. „Es hat sich heute angefühlt wie ein Elfmeterschießen. So ein Spiel habe ich noch nie erlebt“, meinte Elversbergs Torhüter Niklas Kristof. Als „vogelwild, verrückt“ bezeichnete sein Kollege Lukas Pinckert die Partie.  

FCA-Coach Baum: Gratulation zu „einem verrückten Sieg“

„Gratulation zum Sieg, zu einem verrückten Sieg“, meinte Manuel Baum zu seinem Kollegen Wagner. Noch mehr als über den 0:2-Rückstand nach nur sieben Minuten ärgerte sich der erfahrene FCA-Chefcoach über Exners Spielleitung: „Ich glaube, so viele Elfmeterentscheidungen und VAR-Eingriffe habe ich noch nie erlebt und möchte ich auch nicht mehr erleben.“

In der wilden Nachspielzeit hätte der 47-Jährige aber dennoch gerne gehabt, dass sich der Referee die letzte Szene noch einmal anschaut. Da reklamierten die Augsburger erneut heftig, als Kapitän Pinckert im Strafraum der Ball an den Arm gesprungen war. Exner beendete aber die Partie, ohne ein weiteres Mal an den Bildschirm an der Seitenlinie zu gehen - genug des Videobeweises.

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„Ich muss erst einmal zusammenrechnen, wie viele Elfmeter es gegeben hat“, sagte Christian Weber, Sportdirektor der Saarländer. Noch eine halbe Stunde nach Spielschluss hatte er „ein bisschen Angst, ehrlich“, dass da noch einer gepfiffen wird, wie er lachend sagte. Am Ende stand aber der dritte Saisonsieg des Aufsteigers zu Buche. Auch wenn die SVE - wie schon beim 3:2-Saisonstart gegen Bayer Leverkusen - nach einer 3:0-Führung noch mächtig zittern musste. 

Schiedsrichter Exner im Stress

Exner musste sich den Vorwurf gefallen lassen, zu wenig direkte Entscheidungen gefällt zu haben. Dabei hatte die DFB Schiri GmbH vor der Saison die Unparteiischen noch gestärkt („Weniger VAR, mehr Fußball“) und angekündigt, die Eingriffe von außen zu reduzieren.  

Bei Futkeus Fall im Strafraum vor dessen vergebenem Strafstoß machte der 36 Jahre alte Referee aus Münster zudem erst eine Geste, die den Stürmer zum Aufstehen aufforderte - um dann doch auf den Punkt zu zeigen. 

Torschütze Lasse Günther jubelt nach dem 2:0.Uwe Anspach/dpa

Torschütze Lasse Günther jubelt nach dem 2:0.Uwe Anspach/dpa

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„Dass auf dem Platz selten Entscheidungen getroffen werden, sondern man immer Hilfe von außen braucht, das spricht dann schon ein bisschen Bände. Da muss ich ein bisschen aufpassen, was ich sage. Das war schon Wahnsinn, was heute passiert ist“, sagte Augsburgs Robin Fellhauer. „Es gab halt wenig Spielfluss, weil dauerhaft die Partie unterbrochen wurde und man warten musste, bis er wieder rausläuft, um sich Hilfe zu holen, weil er keine Entscheidung treffen konnte.“ 

Für den früheren Elversberger Kapitän war es ohnehin eine ganz besondere Partie. Vor und nach dem Spiel verbeugte er sich vor den Anhängern des Dorfclubs - und bekam freundlichen Applaus. „Das war sehr emotional für mich“, sagte der 28-Jährige, der die Woche zuvor gegen den FC Bayern mit seinem Tor nach nur 8,4 Sekunden einen Bundesliga-Rekord aufgestellt hatte. Der Mittelfeldspieler räumte ein, dass er da mit den Tränen zu kämpfen hatte.

Trifft per Elfmeter: Augsburgs Stürmer Michael Gregoritsch (in Rot). Uwe Anspach/dpa

Trifft per Elfmeter: Augsburgs Stürmer Michael Gregoritsch (in Rot). Uwe Anspach/dpa

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Augsburg und Calvin Brackelmann (li.) liefern einen Kampf auf Biegen und Brechen in Elversberg.Uwe Anspach/dpa

Augsburg und Calvin Brackelmann (li.) liefern einen Kampf auf Biegen und Brechen in Elversberg.Uwe Anspach/dpa

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