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Ekel auf dem Schulklo? Schüler zu Wettbewerb aufgerufen

Wie kann die Schultoilette zu einem besseren Ort werden? Schülerinnen und Schüler in ganz Deutschland können ab sofort ihre Ideen einreichen. Auf die Gewinner wartet ein Preisgeld.

05.11.2026

Ästhetik spielt an vielen Schultoiletten eine untergeordnete Rolle. (Symbolbild)Annette Riedl/dpa

Ästhetik spielt an vielen Schultoiletten eine untergeordnete Rolle. (Symbolbild)Annette Riedl/dpa

© Annette Riedl/dpa

Viele Schülerinnen und Schüler kostet der Gang aufs Schulklo Überwindung: Zum Teil gibt es kein Toilettenpapier, keine Seife, es stinkt, und die Wände sind mit Kritzeleien beschmiert. Um die Situation an der eigenen Schule zu verbessern, sucht die German Toilet Organization zum wiederholten Mal nach den besten Ideen für bessere Schultoiletten. 

Schulen in ganz Deutschland sind aufgerufen, an dem Wettbewerb mitzumachen und ihr Konzept für eine Verbesserung der Toilettensituation einzureichen. Einsendungen sind ab sofort möglich, Frist ist der 19. März 2027. Die drei Schulen mit der besten Idee gewinnen jeweils 2.500 Euro. Außerdem werden Sonderpreise von bis zu 500 Euro gekürt. Die Teams müssen aus mindestens zwei Schülern und drei Erwachsenen bestehen, zum Beispiel einer Lehrerin, einem Hausmeister oder einem Elternteil.

Die German Toilet Organization ist ein gemeinnütziger Verein. Der Verein setzt sich eigenen Angaben zufolge für eine Verbesserung der Sanitärversorgung und für alle Menschen ein, die von einer unzureichenden Sanitär-, Wasserversorgung und Hygiene betroffen sind. Finanziert wird der Verein durch private Sponsoren.

„Alltägliches, greifbares Thema“

„Der Wettbewerb fördert die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Akteure an der Schule und vor allem, der wahrscheinlich wichtigste Teil, die Schülerinnen und Schüler erleben an einem für sie alltäglichen, greifbaren Thema das, was Teilhabe und was Selbstwirksamkeit bedeutet“, sagte Wettbewerbsleiterin Lilian Ruß von der Organisation bei einer Pressekonferenz in Berlin. Es gehe um weit mehr, als nur darum, die Räume zu verschönern. Wichtig sei, sich dauerhaft um das Thema zu kümmern und die Konzepte langfristig zu verfolgen.

Diese Schule in der Stadt Unna hat mit ihren Klos 2024 den Toiletten-Wettbewerb gewonnen. (Archivbild)Sascha Thelen/dpa

Diese Schule in der Stadt Unna hat mit ihren Klos 2024 den Toiletten-Wettbewerb gewonnen. (Archivbild)Sascha Thelen/dpa

© Sascha Thelen/dpa

Teilnehmer aus den letzten Jahren führten an ihrer Schule zum Beispiel Checklisten und Meldeketten für fehlendes Klopapier oder Seife ein oder kümmerten sich um kostenlose Tampons. Andere verschönerten ihre Toiletten mit Discolichtern, Leuchtsternen oder Musik. 

Auch an ihrer Schule gebe es einiges an Verbesserungsbedarf, sagt Schülerin Rose Sözer. Sie geht auf ein Gymnasium mit rund 1.500 Schülern in Rheinland-Pfalz. „An meiner Schule ist es ganz schlimm mit den Gerüchen“, erzählt Sözer der Deutschen Presse-Agentur. Zum Teil stinke die ganze Etage, auf der sich die Toilette befinde. Einmal sei eine Toilette komplett mit Klopapier verstopft worden. 

Sözer ist Mitglieder der Bundesschüler*innenkonferenz. Es gebe viel Frust bei Schülerinnen und Schüler, der Zustand der Toiletten sei ein Teil davon, sagt sie. „Die Missstände in Schulen und die Missstände in unserem Bildungssystem lösen so viel Wut in unserer Jugend, in Schülerinnen und Schülern aus [...] Und es verändert sich nichts.“ Sie wünscht sich, dass mehr Geld in die Hand genommen wird und Erwachsene jungen Menschen auf Augenhöhe begegnen und ihnen zuhören.