Einigungsverfahren für Zalando-Logistikzentrum gestartet
Das Tauziehen um einen Sozialplan für die Beschäftigten des Zalando-Logistikzentrums in Erfurt geht in die nächste Runde. Eine Einigungsstelle hat erstmals getagt - es geht um Abfindungen und Zukunft.
Start für Einigungsstelle bei Zalando in Erfurt (Illustration) Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa
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Nach ergebnislosen Verhandlungen über einen Sozialplan für die Beschäftigten des von der Schließung bedrohten Zalando-Logistikzentrums in Erfurt hat eine Art Schlichtungsverfahren begonnen. Die vom Arbeitsgericht eingesetzte Einigungsstelle tagte erstmals in Erfurt, bestätigte eine Sprecherin des Betriebsrats auf Anfrage. Es handele sich um den ersten von vier vereinbarten Terminen.
Dabei gehe es um einen Interessenausgleich und Sozialplan für derzeit noch rund 2.100 Beschäftigte des Logistikzentrums. Der Vorstand des Internet-Modehändlers will den gesamten Standort in der Thüringer Landeshauptstadt Ende September schließen.
Schwierige Verhandlungen erwartet
Ziel sei, die Beschäftigten für die Zukunft abzusichern, sagte die Sprecherin der Arbeitnehmervertretung. „Wir liegen in unseren Positionen noch sehr, sehr weit auseinander.“ Am Wochenende hatte der Betriebsrat mitgeteilt, dass die Gespräche mit dem Management abgebrochen worden waren. Damit ging das Verfahren wie vereinbart an die Einigungsstelle unter einem neutralen Vorsitz.
Thüringens Arbeitsministerin Katharina Schenk (SPD) äußerte die Erwartung, dass die Einigungsstelle „zügig tragfähige Lösungen bringt“. Die Beschäftigten verdienten Klarheit und Verhandlungen auf Augenhöhe. „Denn sie haben Zalando groß gemacht.“ Zalando war mit dem Logistikzentrum in Erfurt vor etwa zwölf Jahren gestartet und ist heute ein Dax-Konzern.
Schenk warf dem Vorstand vor, Millionen in Sportsponsoring zu stecken, „während tausende Beschäftigte im Stammwerk in Erfurt auf eine Anerkennung ihrer langjährigen Leistungen warten und weiter in eine ungewisse Zukunft blicken“. Es dürfe nicht nur um Abfindungen gehen, sondern auch um Qualifizierung, so die Ministerin.
Termine bis 9. Juli vereinbart
Der Vorsitzende der Linken-Landtagsfraktion, Christian Schaft, äußerte sich ähnlich. „Wer wie Zalando eine Milliarde hatte, um die Plattform About You zu kaufen, 300 Millionen Euro für den Rückkauf von eigenen Aktien aufgebracht hat oder teure Sponsoringdeals abschließt, der muss auch in der Lage sein, den berechtigten Forderungen nach einem Sozialplan und einer Transfergesellschaft nachzukommen“, erklärte Schaft.
Nach wochenlanger Funkstille hatten Management und Betriebsrat Ende Mai die Gespräche über Interessenausgleich und Sozialplan aufgenommen. Dem war ein Vergleich vorausgegangen, der vorsah, dass zunächst außerhalb einer Einigungsstelle verhandelt wird. Da bis zum 20. Juni keine Einigung erzielt wurde, liegt der Ball nun bei der Einigungsstelle unter Vorsitz eines ehemaligen Arbeitsrichters. Als Termin für die vorerst letzte vierte Sitzung ist den Angaben nach der 9. Juli geplant.