dpa

Einigung bei ZF: Keine betriebsbedingten Kündigungen

Vor einem Jahr hatte ZF am Standort Koblenz einen größeren Stellenabbau angekündigt. Es folgten Verhandlungen - und jetzt ein Kompromiss.

23.09.2026

Für den Standort ZF gibt es eine Einigung zur Zukunft. (Symbolbild)Leonie Asendorpf/dpa

Für den Standort ZF gibt es eine Einigung zur Zukunft. (Symbolbild)Leonie Asendorpf/dpa

© Leonie Asendorpf/dpa

Beim Autozulieferer ZF am Standort Koblenz wird es bis mindestens Ende 2029 keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Das haben ZF, die IG Metall und der Betriebsrat nach rund einem Jahr Verhandlungen vereinbart, wie der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Koblenz, Ali Yener, sagte. 

Zudem gebe es eine Vereinbarung zur Standortsicherung bis mindestens Ende 2031 und eine Planung zur Zukunft des Standorts. „Wir sind sehr zufrieden. Das ist ein dickes Brett, das wir da gebohrt haben“, sagte er. Die IG-Metall-Mitglieder müssen der Einigung am heutigen Nachmittag noch zustimmen. 

„Durchbruch erreicht“ 

Vor einem Jahr hatte ZF am Standort Koblenz den Abbau von rund 450 Stellen bis 2030 angekündigt. Als Gründe nannte das Unternehmen unter anderem den schwachen Automobilmarkt und geo- und handelspolitische Unsicherheiten. 

Seitdem gab es Gespräche und Verhandlungen mit der IG Metall und der Arbeitnehmervertretung. „Und jetzt konnte ein Durchbruch erreicht werden.“ Derzeit arbeiteten rund 2.000 Menschen am Standort in Koblenz. 

Rund 300 Mitarbeiter werden laut Yener noch in diesem Jahr zur Samsung-Tochter Harman International wechseln, die den Bereich Fahrerassistenzsysteme von ZF übernehme. 

Freiwilligenprogramm und Transfergesellschaft 

Für Beschäftigte in der Entwicklung gebe es ab 1. Oktober ein Freiwilligenprogramm: Für die, die das Unternehmen verlassen wollten und auf eine Abfindung warteten, sagte Yener. Zum 1. März 2027 solle es dann eine Transfergesellschaft geben für die Beschäftigten, die selbstbestimmt eine neue Perspektive suchten. Sie könnten zudem eine Abfindung bekommen und am Freiwilligenprogramm teilnehmen. 

Bis zum Jahresende solle ein „Zielbild Koblenz“ erstellt werden, bei dem es um Aufgaben, Projekte und Personal gehe. „Dann wissen wir definitiv, ob es einen Personalüberhang gibt. Und wenn ja, in welcher Höhe“, sagte Yener. 

Dann könne man „immer noch im Rahmen der Freiwilligkeit das Freiwilligenprogramm anbieten, sowohl mit oder ohne Transfergesellschaft, oder Altersteilzeit, Rentenbrücke oder weitere Flexibilisierungswerkzeuge, wo wir sozusagen Personal generieren können, rechnerisch“. 

In einem Tarifvertrag sei der Kündigungsausschluss festgeschrieben sowie die „Flexi-Werkzeuge“ für den Fall, dass es einen Personalüberhang gebe.