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Einige Banken bauen Geldautomaten in Schleswig-Holstein ab

In Schleswig-Holstein schließen manche Banken die Geldautomaten und Kontoauszugsgeräte ihrer Filialen. Die Gründe sind verschieden - aber auch Geldautomaten-Sprengungen gehören im Norden dazu.

27.06.2026

Für einige Kunden werden die Wege zum Bargeld weiter, wenn Geldautomaten abgebaut werden. (Symbolbild)Elisa Schu/dpa

Für einige Kunden werden die Wege zum Bargeld weiter, wenn Geldautomaten abgebaut werden. (Symbolbild)Elisa Schu/dpa

© Elisa Schu/dpa

Einige Kreditinstitute bauen ihre Geldautomaten und Kontoauszugsgeräte in Schleswig-Holstein ab - mit teils spürbaren Folgen für Kundinnen und Kunden im nördlichsten Bundesland. 

Ende Juni wird die SB-Zone der Deutschen Bank in der Husumer Innenstadt geschlossen, teilte ein Sprecher der Deutschen Bank für Schleswig-Holstein der Deutschen Presse-Agentur mit. Die Finanzagentur der Bank mit Beratern soll demnach aber bleiben. Angaben zur Gesamtzahl der Geldautomaten oder SB-Terminals in Schleswig-Holstein wollte das Unternehmen nicht machen. 

Deutsche Bank beobachtet Trend in SH

Grund für die Schließung sei unter anderem die fortschreitende Digitalisierung, die das Verhalten der Kunden in vielen Lebensbereichen verändert habe - auch bei Bankgeschäften. „So beobachten wir seit vielen Jahren einen Trend zum unbaren Bezahlen, sei es mittels Karte oder digitalen Bezahlangeboten, etwa unserer Banking-App“, teilte der Sprecher mit. Diesen Trend habe zuletzt auch eine Bundesbank-Studie zum „Zahlungsverhalten in Deutschland 2025“ bestätigt.

Wer dennoch Bargeld braucht, könne als Kunde der Deutsche Bank und der Postbank kostenfrei deutschlandweit an den Geldautomaten der Cash Group Bargeld abheben. Zur Cash Group gehören neben der Deutschen Bank und der Postbank etwa die Commerzbank und die Hypovereinsbank. Auch via Cashback-Bargeldservice können Kunden beim Einkaufen in vielen Einzelhandelsgeschäften, bei Discountern und in Supermärkten an der Ladenkasse Bargeld mitnehmen. 

Für die Erledigung täglicher Bankgeschäfte, wie etwa für Überweisungen oder für den Abruf von Kontoinformationen, stehen, neben den Filialen, die Angebote des Online- und Mobile Banking zur Verfügung sowie ein telefonischer Kundenservice. Auf Wunsch können sich Kunden demnach ihre Kontoauszüge nach Vereinbarung auch postalisch zusenden lassen.

Drei Schließungen bei der Nord-Ostsee Sparkasse

Drei Schließungen plant die Nord-Ostsee Sparkasse (Nospa) in diesem Jahr: Bis Jahresende sollen ein Geldautomat und ein Selbstbedienungsterminal geschlossen werden, teilte eine Sprecherin der dpa mit. Ein weiterer Geldautomat wurde gesprengt und wird nicht ersetzt. Die Nospa ist in den Kreisen Nordfriesland, Schleswig-Flensburg und in der Stadt Flensburg vertreten. 

Die Gründe für diese Schließungen sind unter anderem, dass vermehrte Sprengungen dazu führen, dass bestehende Mietverträge nicht verlängert wurden. „Die Suche nach neuen Standorten gestaltet sich aus eben diesen Gründen - kombiniert mit erhöhten Sicherheitsanforderungen - als schwierig bis aussichtslos je nach Region“, schreibt die Sprecherin. 

Bei den geplanten Schließungen sind in einem Umkreis von bis zu sieben Kilometern alternative Kontoauszugsdrucker beziehungsweise Geldautomaten erreichbar. Seit 2024 sei zuletzt keiner der aktuell 89 Standorte (Filialen, Selbstbedienungsfilialen, reine Geldautomatenstandorte) geschlossen oder abgebaut worden. 

Volksbanken Raiffeisenbanken: 48 Geldautomaten entfernt

Bei den Volksbanken Raiffeisenbanken in Schleswig-Holstein sind zwischen Ende 2023 und Ende 2025 insgesamt 48 Geldautomaten entfernt worden, teilte ein Sprecher der dpa mit. 

Zum 31. Dezember 2023 betrieben die Volksbanken Raiffeisenbanken in Schleswig-Holstein insgesamt noch 512 Geldautomaten (31. Dezember 2025: 464 Geräte). Die Zahl der Kontoauszugsdrucker wird laut Sprecher landesweit nicht konsolidiert erfasst.

Der Rückgang hänge vor allem mit dem veränderten Zahlungsverhalten zusammen. „Viele Kundinnen und Kunden bezahlen heute häufiger bargeldlos mit Karte oder Smartphone“, teilte die Bank mit. Dadurch werden einzelne Geldautomaten deutlich seltener genutzt als früher. Hinzu komme, dass Bargeld inzwischen auch an vielen Supermarktkassen und teilweise an Tankstellen abgehoben werden kann. 

Auch hier spiele die Sicherheitslage eine Rolle: „Geldautomatensprengungen haben bundesweit dazu geführt, dass Standorte genauer geprüft werden müssen“, teilte die Bank mit. In einzelnen Fällen könne das dazu führen, dass ein Standort nicht weiterbetrieben wird. Die Bargeldversorgung bleibe aber ein zentraler Bestandteil des Angebots der Volksbanken Raiffeisenbanken in Schleswig-Holstein.

Sparkasse Holstein: Ein Kontoauszugdrucker weniger

Bei der Sparkasse Holstein waren zuletzt keine Geldautomaten oder Kontoauszugsgeräte entfernt worden, teilte ein Sprecher des Instituts der dpa mit. Bis Ende 2026 sollen allerdings 15 alte Kontoauszugsdrucker abgebaut werden - bis auf einen werden aber den Angaben zufolge alle durch ein neues Serviceterminal ersetzt, an denen Kontoauszüge gedruckt werden können. 

Das Geschäftsgebiet der Sparkasse Holstein reicht von Hamburg bis Fehmarn. An insgesamt 75 Standorten gibt es Möglichkeiten für Bargeldversorgung. „Für unsere 34 personenbesetzten Filialen haben wir eine Standortgarantie bis 2030 abgegeben“, teilte der Sprecher mit. Außerdem gibt es mehrere Orte mit SB-Service sowie Serviceterminals für Kontoauszugsdruck und SB-Überweisungen.