Ein „geiler Typ“: Max Kruse feiert Debüt in Dassendorf
Max Kruse ist zurück in der Hamburgs Oberliga – mit der 99 auf dem Trikot und viel Lob von Team und Chef. Was ihn am neuen Club begeistert und warum ein gemeinsamer Einsatz mit Martin Harnik aussteht.
Max Kruse wurde in der zweiten Hälfte eingewechselt.Gregor Fischer/dpa
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Gemeinsam kickten sie in der Jugend des SC Vier- und Marschlande sowie später auch bei den Profis von Werder Bremen. Gemeinsam betreiben sie den Podcast „Flatterball“. Und seit Samstag sind der 37 Jahre alte Max Kruse und der ein Jahr ältere Martin Harnik auch auf dem Rasen wieder vereint. Beim 4:1-Sieg der TuS Dassendorf über den TSV Buchholz 08 feierte Kruse sein Debüt für den Hamburger Fußball-Oberligisten.
Kruse wurde – mit der Nummer 99 auf dem Trikot – in der zweiten Hälfte eingewechselt. Da hatte sein Kumpel Harnik, der seit 2020 die Fußballschuhe für die TuS schnürt, schon drei Treffer erzielt und verließ den Platz, als Kruse kam.
Im Dassendorfer Nachbarort Reinbek geboren
Der 14-fache Nationalspieler Kruse, der im Nachbarort Reinbek geboren wurde, kam während seiner etwas mehr als 30-minütigen Einsatzzeit auf dem nur schwer zu bespielenden Platz zu zwei Gelegenheiten. Doch die Abschlüsse mit dem Kopf und dem etwas schwächeren rechten Fuß verfehlten das Tor der Gäste aus der Nordheide klar.
Max Kruse während des Auswärmens bei seinem ersten Spiel für die TuS Dassendorf.Gregor Fischer/dpa
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In seinem neuen Team ist Kruse derweil gut angekommen. „Er ist ein geiler Typ, sehr sympathisch“, sagte der verletzte Dassendorfer Spieler Colin Haupt, der den Livestream des Hamburger Fußballverbandes (HFV) mitkommentierte. Das Lob gab Kruse postwendend zurück. „Im Kader sind nur super Jungs“, sagte er im HFV-Stream über eine „ganz entspannte Truppe. Mit dem einen oder anderen ist man dann auch schon mal draußen, wenn man mal eine Nacht in Hamburg ist“.
„Einen besonderen Typen dazubekommen“
Voll des Lobes ist auch Hakan Karadiken: „Er hat sich sofort reinintegriert„, sagte der Sportchef der Dassendorfer, der vom Zusammenspiel von Kruse und Harnik begeistert ist: „Max weiß, wo Martin steht. Da, wo Max den Pass hinspielt. Das war schon in der Jugend- und Bremen-Zeit so.“ TuS-Mäzen Michael Funk lobte: „Wir haben einen besonderen Typen dazubekommen. Darüber freuen wir uns sehr.“
Max Kruse bestritt sein erstes Pflichtspiel für die TuS Dassendorf.Gregor Fischer/dpa
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Dass er überwiegend hinter den Spitzen agierte, sei mehr dem Einfluss vom Harnik denn dem von Trainer Öden Kocadal zu verdanken. Harnik habe im Podcast gesagt, dass „ich auf der Sechs spielen soll, weil ich da mehr Einfluss habe“, sagte Kruse: „Natürlich habe ich gerne den Ball, aber ich bin auch gerne in Abschlusssituationen. Wenn die Mannschaft mich da braucht, dann spiele ich auch gerne auf der Position.“ Staransprüche hat der Ex-Profi, der die familiäre Atmosphäre in Dassendorf schätzt, nicht: „Man muss die eigene Tasche mitbringen, aber das ist okay.“
Gemeinsamer Einsatz mit Harnik am 15. März?
Das erste Pflichtspiel - mit Kruse und Harnik gemeinsam für die TuS auf dem Platz - lässt also noch auf sich warten. Nächste Gelegenheit dazu wäre am 15. März beim Auswärtsspiel gegen den abstiegsbedrohten FC Türkiye. „Wir haben uns ja die Klinke in die Hand gegeben. Man hat gesehen, dass er ein überragender Fußballer ist“, sagte Harnik. Kruse ergänze: „Es ist geil, dass wir zusammenspielen.“
Für Kruse war es eine Rückkehr in die Oberliga Hamburg. Vor über 15 Jahren hatte er für die zweite Mannschaft des FC St. Pauli ebenfalls ein Oberliga-Spiel bestritten, auch damals hieß der Gegner beim 6:1-Sieg TSV Buchholz 08.
Kruse hatte seine Profikarriere Ende 2023 beim SC Paderborn in der 2. Bundesliga beendet. Seit April 2024 spielt er für den Berliner Bezirksligisten Al-Dersim II. Aufgrund der Entfernung zwischen der Hauptstadt und Dassendorf kann er für beide Teams antreten.