WM 2026

„Echte Bedrohung“: Schwedens Sturm-Warnung für Oranje

Das Sturm-Duo Alexander Isak/Viktor Gyökeres sorgt bei der Fußball-WM für Furore. Eine wirkliche Überraschung ist das nicht: Zusammen haben sie 210 Millionen Euro Ablöse gekostet.

19.06.2026

Alexander Isak (r) und Viktor Gyökeres (2.v.r.) hatten bei der WM bislang viel Grund zum Jubeln.Sofia Yaker/AP/dpa

Alexander Isak (r) und Viktor Gyökeres (2.v.r.) hatten bei der WM bislang viel Grund zum Jubeln.Sofia Yaker/AP/dpa

© Sofia Yaker/AP/dpa

Schwedens Tor-Gala verpasste Zlatan Ibrahimovic, weil er lieber beim Käfigkampf vor dem Weißen Haus vorbeischaute. Auch kokettiert der Rekordtorschütze der Skandinavier aufgrund seiner Wurzeln mit Sympathien für die WM-Teams aus Bosnien und Kroatien. Das schwedische Team scheint den exzentrischen Ex-Profi nicht so sehr zu interessieren. Ob es auch daran liegt, dass in dem Land aktuell keiner die Tore von „Ibrakadabra“ vermisst? 

Denn das Drei-Kronen-Team hat einen Supersturm, der Ibrahimovic zumindest in der WM-Bilanz schon jetzt in den Schatten stellt. Viktor Gyökeres und Alexander Isak trafen beim 5:1 zum Auftakt gegen Tunesien jeweils einmal - und damit öfter als das große Sturmidol der Schweden, das bei zwei WM-Teilnahmen leer ausgegangen war. 

„Echte Bedrohung“

„Individuell sind sie großartige Spieler, aber zusammen können sie eine echte Bedrohung darstellen“, sagte Schwedens Trainer Graham Potter über die beiden Angreifer, für die ihre Clubs FC Liverpool (Isak) und FC Arsenal (Gyökeres) zusammen rund 210 Millionen Euro Ablöse hingeblättert haben. Natürlich sind auch die Niederlande als nächster Gruppengegner an diesem Samstag (19 Uhr MESZ/ZDF und MagentaTV) in Houston vor dem schwedischen Angriff gewarnt.

„Es wird ein schweres Spiel“, sagte Oranjes Kapitän Virgil van Dijk. Vor allem für ihn, denn der Abwehrchef wird hauptverantwortlich dafür sein, das Duo Gyökeres/Isak zu stoppen. „Ich werde gegen einen Angreifer spielen, den ich sehr gut kenne“, sagte van Dijk mit Blick auf seinen Liverpooler Clubkollegen Isak, „und auf einen anderen Stürmer, der eine sehr gute Saison gespielt hat.“

Ein wuchtiger Zielspieler und ein eleganter Schleicher

Für Isak trifft das nicht zu. Verschiedene Verletzungen hatten ihn während der Saison immer wieder aus dem Rhythmus gebracht und Liverpools 145-Millionen-Euro-Investition als stark überteuert wirken lassen. Gegen Tunesien zeigte der Ex-Dortmunder, dass er sein Geld wert sein kann. „Er hat das Turnier mit Schweden richtig gut begonnen“, sagte der Niederländer Cody Gakpo, der genau wie Isak und van Dijk bei Liverpool spielt: „Jeder weiß, welche Qualität er hat. Wir werden sicherlich auf ihn aufpassen müssen.“

Zumal Isak im schwedischen Team einen Sturmpartner an seiner Seite hat, der ein völlig anderes Profil mitbringt - und gerade deshalb so perfekt zu ihm passt. „Ich denke, sie sind in ihren Stilen unterschiedlich, was meiner Meinung nach gut für uns ist“, sagte Potter. Gyökeres spielt wuchtig und zielstrebig, ist immer anspielbar und sehr präsent. Isak spielt eher elegant und lauert gerne auf den entscheidenden Moment, in dem er mit überragender Technik zuschlagen kann.

Auch Elanga strahlt Torgefahr aus

„Die Aufgabe besteht darin“, meinte Potter, „dass wir ihre Eigenschaften und Qualitäten auf die für uns beste Weise nutzen können.“ Und dass der Spaß des Sturm-Duos hochgehalten wird. „Denn wenn wir sie dazu bringen können, ihren Fußball zu genießen“, meinte der Trainer, „sind sie Topspieler.“

Doch nicht nur Gyökeres und Isak können der Niederlande offensiv Probleme bereiten. Potter hat als Joker auch den pfeilschnellen Anthony Elanga in der Hinterhand. Kein Vergleich zu früheren Zeiten, als meist nur von Ibrahimovic Torgefahr ausging. Auch wenn das dem Exzentriker gefallen haben dürfte.

Virgil van Dijk traf gegen Japan - ist gegen Schweden aber wieder vor allem defensiv gefragt.Julio Cortez/AP/dpa

Virgil van Dijk traf gegen Japan - ist gegen Schweden aber wieder vor allem defensiv gefragt.Julio Cortez/AP/dpa

© Julio Cortez/AP/dpa