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E-Bike-Klau - Millionenschaden und Usedom weiter im Fokus

Die Polizei meldet im ersten Halbjahr mehr als 360 E-Bike-Diebstähle in MV. Wie sehr eine Insel im Fokus ist, zeigt jüngst eine Serie. Wie kann man die teuren Räder schützen?

15.07.2026

Laut Polizei eignen sich angesichts des hohen Wertes besondere Sicherungsmaßnahmen für E-Bikes. (Archivbild)Stefan Sauer/dpa

Laut Polizei eignen sich angesichts des hohen Wertes besondere Sicherungsmaßnahmen für E-Bikes. (Archivbild)Stefan Sauer/dpa

© Stefan Sauer/dpa

Im ersten Halbjahr dieses Jahres hat die Polizei erneut Hunderte Diebstähle von E-Bikes und einen damit verbundenen Millionenschaden registriert. Zahlen des Landeskriminalamtes (LKA) zufolge wurden 2026 im ersten Halbjahr 365 Fälle aufgenommen, in denen ein oder mehrere E-Bikes gestohlen oder dies versucht wurde. Der Schaden wird dabei mit rund 1,1 Millionen Euro beziffert. Im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres waren es laut LKA fast genauso viele (364) bei einer etwas höheren Schadenssumme von rund 1,2 Millionen Euro. 

„Die Anzahl der Diebstähle von E-Bikes und Pedelecs bewegt sich auf einem konstanten Niveau“, schlussfolgerte die Behörde. „Regional betrachtet ist der Landkreis Vorpommern-Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern weiterhin am stärksten betroffen, hier insbesondere die Insel Usedom.“

Urlaubsinsel Usedom weiterhin Hotspot

Mehr als jeder fünfte in MV im ersten Halbjahr angezeigte Vorgang hatte demnach Usedom als Tatort (insgesamt 81 Fälle). Die Fälle machten dabei fast 30 Prozent des Gesamtschadens in MV im ersten Halbjahr aus (mehr als 315.000 Euro).

„Usedom ist weiterhin ein Hotspot“, heißt es auch vom zuständigen Polizeipräsidium Neubrandenburg. Von besonderen „Tatgelegenheitsstrukturen“ ist die Rede. „Zum einen ist da die Nähe zur deutsch-polnischen Grenze, zum anderen aber auch die temporär hohe Anzahl an Touristen, die entweder eigene E-Bikes mitbringen oder aber diese ausleihen und im öffentlichen Raum nutzen.“ Die Kaiserbäder seien erfahrungsgemäß häufiger betroffen. Zu Tathintergründen erteilte das Polizeipräsidium aus ermittlungstaktischen Gründen keine Auskünfte.

Wie sehr Usedom im Fokus der Diebe ist, zeigt eine Serie vom vergangenen Wochenende. Laut Polizei wurden gleich mehrere Diebstähle auf der Insel angezeigt. Der Schaden beläuft sich demnach auf fast 28.000 Euro bei neun gestohlenen E-Bikes. Diese Fälle sind in den Halbjahreszahlen noch nicht enthalten. Die E-Bikes wurden demnach von Campingplätzen, einem Hotelgrundstück, vor einem Wohnhaus und an einem Strandaufgang gestohlen.

2025 2,4 Millionen Euro Schaden

Die LKA-Zahlen basieren auf der Eingangsstatistik für polizeiliche Vorgänge und können sich laut LKA noch verändern. Einbezogen würden Schadenssummen ab 300 Euro bei Diebstählen von E-Bikes und Pedelecs beziehungsweise entsprechenden Versuchen. Je nach Fall könne es dabei auch um mehrere Elektrofahrräder gehen. Wenn dabei noch weitere Gegenstände gestohlen wurden, fließt der Schaden in die Rechnung mit ein.

Für das Gesamtjahr 2025 verzeichnet das LKA eine Schadenssumme von rund 2,4 Millionen Euro bei mehr als 780 Fällen. 

K-Einbruch, eine Initiative der Polizei und Wirtschaft, rät, sich nicht nur auf das Rahmenschloss zu verlassen, das bei vielen E-Bikes schon vorhanden ist. Diebe könnten das Rad trotzdem wegtragen oder etwa auf dem Vorderrad wegrollen. Elektrofahrräder sollten daher mit Vorder- und Hinterrad inklusive Rahmen mit einem stabilen Fahrradschloss an einem festen Gegenstand anschließen. Am besten platziert man demnach das Schloss möglichst weit weg vom Boden, damit Diebe Bolzenschneider nicht auf dem Boden absetzen können, um das Schloss mit Hilfe ihres Körpergewichts zu knacken.

Auch Öffentlichkeit kann Diebe abschrecken

Als Schlösser werden stabile Ketten-, Bügel- oder Faltschlösser empfohlen, am besten mit Zertifizierung und aus hochwertigem Material, zum Beispiel durchgehärtetem Spezialstahl.

Wertvolle Zubehörteile wie den Akku sollten Radbesitzer unbedingt mitnehmen, wenn sie das Rad abstellen. Ohne Akku sei das Rad praktisch wertlos. Falls das zu umständlich ist, sollte der Akku gesichert werden. Dabei reichen den Angaben zufolge die Akku-Schlösser vieler Elektrofahrräder nicht aus.

Nach Angaben des Neubrandenburger Polizeipräsidiums können bestimmte Bedingungen einen Diebstahl begünstigen: ob es eine Kameraüberwachung gibt, zu welcher Tages- oder Nachtzeit das Rad abgestellt wird und ob geeignete Fluchtwege vorhanden sind.

Räder sollten nicht an dunklen, einsamen oder schlecht einsehbaren Orten abgestellt werden, rät K-Einbruch. „Auch Öffentlichkeit kann vor Diebstahl schützen.“

Zudem kann laut Polizei ein versteckter Sender am Rad angebracht werden. Ein GPS-Tracker schickt demnach einen Alarm ans Mobiltelefon, wenn das abgestellte Fahrrad bewegt wird. Zudem werde der Standort des Rades ständig übermittelt.

Wichtig, etwa wenn ein entwendetes Fahrrad wieder auftaucht, sei eine zweifelsfreie Identifikation, etwa mit einer individuellen Rahmennummer. Diese sei bei vielen Rädern bereits fest am Rad vermerkt. Besitzer sollten sich die Nummer notieren. Möglich sei auch die Erstellung eines Fahrradpasses mit allen wichtigen Infos oder eine Codierung bei der Polizei.