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Dürre und Klimawandel: Wie sicher ist der Waldspaziergang?

Brandgefahr, Dürre, Klimawandel: Der Wald leidet. Ist ein Spaziergang in solchen strapazierten Wäldern noch sicher? Und wie wird sich der Wald verändern?

05.09.2026

Trockenheit kann die Gefahr für Waldbrände steigern. (Archivbild)Helmut Fricke/dpa

Trockenheit kann die Gefahr für Waldbrände steigern. (Archivbild)Helmut Fricke/dpa

© Helmut Fricke/dpa

Mit dem Blick nicht nur nach unten, sondern auch nach oben: Damit der Waldspaziergang im Herbst sicherer wird, gibt es ein paar Regeln zu beachten, besonders nach dem heißen Sommer.

„Der Zustand der Wälder ist nach der Dürre dieses Extremsommers schlecht“, erklärt Christoph von Eisenhart Rothe vom Landesverband Hessen der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. „Dieser Sommer hat noch mal alles getoppt, was wir in den Dürrejahren 2018 bis 2023 bisher erlebt haben.“ Nicht nur ältere Bäume haben seinen Angaben nach gelitten, auch jüngere. Man habe „sehr viele jüngere Bäume verloren“.

Heimische Waldbaumarten neigen eher nicht zu Astbruch

Welche Auswirkungen hat das auf die Sicherheit von Spaziergängerinnen und Spaziergängern? „Der Wald ist ja nie hundertprozentig ohne Gefahren, wie auch das übliche Lebensrisiko“, sagt von Eisenhart Rothe. Man könne in eine Bodenkuhle treten oder es könne eben auch ein starker Ast runterstürzen. „Unsere heimischen Waldbaumarten neigen eigentlich nicht zu den typischen spontanen Astbrüchen, wie man es in Parkanlagen von Pappeln kennt.“

Die Gefahr, von einem Ast getroffen zu werden, könne man minimieren, indem man etwa auf den Wegen bleibe und nicht querfeldein laufe. „Es empfiehlt sich, im Wald nicht nur zu gucken, wo man hintritt, sondern auch nach oben zu schauen“, sagte der Experte. „Bäume, die schräg stehen oder wo ein Ast angebrochen ist, da sollte man einen kleinen Bogen machen.“

Wer den Wald besuche, solle sich immer als Gast verstehen, sagte er. „Man ist da in einem Naturraum, in dem es viele andere Lebewesen gibt, die man stören kann. Eine gewisse Ruhe ist gut, nicht herumschreien, nichts abknicken und ausreißen.“ Es gebe aber natürlich das Recht, Pilze zu sammeln.

„Wie man es auch in einer fremden Wohnung nicht machen würde“

Und noch etwas sei ihm wichtig, sagte von Eisenhart Rothe: „Wir sind aus der Waldbrandsaison noch nicht wirklich raus. Wenn es mal zwei, drei Wochen nicht regnet, sind wir schnell wieder drin.“ Er appelliert daher: „Keine Feuer machen, nicht rauchen – wie man es auch in einer fremden Wohnung nicht machen würde.“

Denn der Zustand der Wälder wird absehbar nicht besser. „Der Klimawandel setzt dem Wald sehr zu. Ich glaube, wir müssen uns mit den Gedanken anfreunden, dass es den Wald, wie wir ihn kennen, den gesunden und hohen Wald, den wird es nicht mehr so oft geben“, erklärte er. „Unsere bisher heimischen Baumarten, etwa Buche und Eiche, werden nicht mehr die allererste Rolle spielen.“ Wichtiger würden Arten wie die Edelkastanie und die Elsbeere, „die mit dem trockeneren und heißeren Klima besser zurechtkommen“.

Laut Experten könnte sich das Bild von unseren Wäldern verändern. (Archivbild)Helmut Fricke/dpa

Laut Experten könnte sich das Bild von unseren Wäldern verändern. (Archivbild)Helmut Fricke/dpa

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