Dorftreffs sollen Zusammenhalt in Sachsens Dörfern stärken
Ohne Engagement läuft nichts: Dorftreffs sind in Sachsen mehr als nur Treffpunkte. Sie halten das Dorfleben am Leben - trotz vieler Hürden.
In Sachsen ist jetzt eine Studie zu Dorfgemeinschaftshäusern vorgelegt worden. (Symbolbild)Sina Schuldt/dpa
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Dorftreffs sollen das Leben auf dem Lande in Sachsen attraktiver machen. Das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie hat dazu eine Studie in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse nun vorliegen, wie das Infrastrukturministerium mitteilte.
Die qualitative Studie untersucht, wie Dorfgemeinschaftshäuser entstehen, betrieben und genutzt werden und wie Eigentümer, Betreiber sowie Nutzer kooperieren. Dafür wurden acht Fallstudien in Dörfern erstellt, darunter in Kletzen in der Gemeinde Krostitz, in Brößnitz in der Gemeinde Lampertswalde und in Wittgendorf als Teil der Stadt Zittau.
Engagement vor Ort unerlässlich
„Die Studie zeigt, wie viel Kraft in unseren Dörfern steckt, wenn engagierte Bürgerinnen und Bürger mit der Kommune, mit Vereinen, Kirchgemeinden, Feuerwehren und vielen weiteren Akteuren an einem Strang ziehen. Denn ein Dorfgemeinschaftshaus wird nicht durch Mauern, Tische und Stühle lebendig, sondern einzig durch die Menschen, die Verantwortung übernehmen“, erklärte Ministerin Regina Kraushaar (CDU). Mit mehreren Programmen unterstütze man diese Eigenverantwortung. So würden aus Treffpunkten Orte, die Heimat, Zusammenhalt und Vertrauen in die eigene Gestaltungskraft stärkten.
Raum für Vereinsarbeit und Feiern
Die Gebäude solcher Dorftreffs gehören häufig der Gemeinde. Oft sind sie in früheren Schulen und Gasthöfen untergebracht. Betrieb und Veranstaltungen werden aber oft von Vereinen, Ortsvorstehern oder engagierten Einzelpersonen getragen. Die Häuser bieten Raum für Vereinsarbeit, Ortschaftsratssitzungen, Feste, private Feiern, Jugendangebote oder Seniorentreffs. Sie könnten wegfallende Angebote wie Dorfladen, Gaststätte, Bankfiliale oder Schule nicht einfach ersetzen - aber helfen, Begegnung im Ort zu ermöglichen und soziale Beziehungen zu stärken.
Betrieb braucht klare Verantwortung
„Die Studie macht deutlich, dass der Betrieb solcher Häuser anspruchsvoll ist. Zu den häufig genannten Themen gehören steigende Betriebs- und Energiekosten, bauliche Anforderungen, die Gewinnung jüngerer Engagierter und begrenzte personelle Ressourcen im Ehrenamt“, lautet ein Befund. Entscheidend sei deshalb, die Nutzung realistisch zu planen, Verantwortung auf mehrere Schultern zu verteilen und Angebote an den tatsächlichen Bedarfen im Ort auszurichten.