Der Korn-Spezi
Im Magazin „Spezi“ stellt die Borkener Zeitung besondere Unternehmen aus der Region vor - echte Spezialisten auf ihrem Gebiet.
Dirk Böckenhoff
© Claudia Feld
Sie sind eine von deutschlandweit vier Brennereien, die etwas ganz Besonderes machen. Was genau ist das?
„Wir machen alles selbst, vom ersten bis zum letzten Schritt“, berichtet Dirk Böckenhoff von der Kornbrennerei Böckenhoff in Raesfeld-Erle. Das Getreide, die Grundlage für den Korn, wird auf den eigenen Feldern angebaut und geerntet. „Wir bauen Weizen, Roggen, Dinkel und Emmer selbst an“, erzählt der 56-Jährige, der in Dorsten lebt und hier auch eine Obstbrennerei betreibt. Das Getreide wird selbst gemaischt, der Rohalkohol wird selbst hergestellt und auch das Feindestillat entsteht vor Ort in Erle. Viele andere Brennereien „fangen irgendwo in der Mitte an“, wie Dirk Böckenhoff sagt. Sie kaufen die Zutaten und veredeln dann. „Hier erledigen wir alles selbst.“
Wie lange dauert es, bis ein Korn gebrannt ist?
Im Oktober wird das Wintergetreide ausgebracht und im Juli/August geerntet, erklärt der Brennereibesitzer. Die Läger sind noch voll von der letzten Ernte, die nun nach und nach verarbeitet wird. Die Maische anzusetzen dauert einen Tag, der Gärprozess weitere drei bis vier Tage. Daraus wird der Rohalkohol destilliert, die Grundlage für jeden Korn der Kornbrennerei Böckenhoff. Dieser besitzt eine Stärke von 85, der Feinbrand eine Stärke von 96,3 Volumenprozent. „Daraus wird Korn mit 32 Volumenprozent destilliert oder Doppelkorn mit 38 Volumenprozent“, berichtet Dirk Böckenhoff. „In der Regel dauert es eine bis zwei Wochen bis zum fertigen Produkt.“
© Claudia Feld
Wie lange hält sich der Korn und wie genießt man ihn am besten?
Gebrannter Korn hält sich ewig, wegen des Alkoholgehaltes, berichtet Dirk Böckenhoff. „Ein Mindesthaltbarkeitsdatum gibt es nicht, alle Alkohole reifen noch ein bisschen nach.“ Wer einen Schluck trinken möchte, lässt den Korn am besten in einem Schwenker einen Moment stehen, empfiehlt der Fachmann. „Man sollte ihm ein bisschen Zeit geben und ihn atmen lassen. Die scharfen Alkohole werden dadurch etwas abgemildert und das Bouquet kann sich entfalten“, erzählt Dirk Böckenhoff. „Der Korn muss eine schöne getreidige Note haben und mild im Abgang sein. Der Geschmack ähnelt dem Geruch von frischem Brot in der Bäckerei“, zieht der Fachmann einen Vergleich.
Es gibt noch eine Besonderheit bei Ihren Produkten. Sie sind besonders bekömmlich und gut verträglich. Wie bekommen Sie das hin?
Der Korn aus Erle verursacht keine Kopfschmerzen, berichtet Dirk Böckenhoff stolz. „Er ist so sauber und rein destilliert, dass der Anteil der scharfen Alkohole gegen Null geht“, erklärt der 56-Jährige, der 2015 die Kornbrennerei von seinem Onkel Johannes übernommen hat. Das Destillat besteht aus reinem Alkohol, das auch als Zwischen- und Abbauprodukt im menschlichen Körper vorkommt. Natürlich gelte auch hier, wie bei allem auch, dass die Dosis entscheidend ist.
Es gibt immer wieder neue Geschmäcker und Liköre. Was haben Sie da Besonderes im Angebot?
Für die Advents- und Weihnachtszeit gibt es einen Weihnachtslikör, der besonders gut ankommt und der auch bei herbstlichem Wetter - warm und mit Sahnehaube - hervorragend schmeckt und wärmt. Neu im Programm hat die Kornbrennerei Böckenhoff einen Lakritzlikör.
Aktionspreis bis Ende Januar 2026
Beim Kauf einer Flasche Alten Korn gibt es ein 2 cl Fläschchen nach Wahl gratis dazu.
© Claudia Feld