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Deiche statt Wirtschaft? Kritik am Niedersachsen-Marketing

Am Montag stellt Niedersachsens Landesregierung eine neue Standortkampagne vor. Die Opposition fordert dabei ein Umdenken.

07.06.2026

Schöne Deiche hat Niedersachsen zu bieten – aber was ist mit der Wirtschaft, fragt die CDU? (Symbolbild)Sina Schuldt/dpa

Schöne Deiche hat Niedersachsen zu bieten – aber was ist mit der Wirtschaft, fragt die CDU? (Symbolbild)Sina Schuldt/dpa

© Sina Schuldt/dpa

Niedersachsen muss nach Ansicht der CDU selbstbewusster für sich und seine Wirtschaft werben als bisher. „Die Präsentation, die ich gesehen habe, die ging über schöne Sonnenuntergänge, Deichblicke und das Meer kaum hinaus“, sagte CDU-Chef Sebastian Lechner der Deutschen Presse-Agentur. „Das gehört auch zu unserem schönen Land, aber das reicht nicht. Wir sind ein starker Wirtschaftsstandort. Wir sind innovativ. Das müssen wir alles auch zeigen.“ 

Niedersachsens CDU-Chef Lechner hält die Selbstdarstellung des Landes für unzureichend. (Archivbild)Julian Stratenschulte/dpa

Niedersachsens CDU-Chef Lechner hält die Selbstdarstellung des Landes für unzureichend. (Archivbild)Julian Stratenschulte/dpa

© Julian Stratenschulte/dpa

Mehrere Millionen für neue Kampagne 

Die rot-grüne Landesregierung will am Montag in Berlin eine neue Standortkampagne präsentieren, für die dieses und nächstes Jahr insgesamt bis zu zehn Millionen Euro bereitstehen. Den Zuschlag für die Kampagne erhielt die Werbeagentur Scholz & Friends. 

Das Ziel ist es laut Staatskanzlei, Niedersachsen attraktiver zu machen „für diejenigen, die hier wohnen, und für diejenigen, die zum Arbeiten herkommen, oder für die, die hier investieren wollen“. Gut möglich ist, dass dafür auch der bisherige Slogan „Niedersachsen. Klar.“ abgelöst wird.

„Ich finde es gut, wenn wir in ein Marketing einsteigen, das diesem Land entspricht“, sagte Lechner. Er verwies darauf, dass Niedersachsen das zweitgrößte Flächenland und das viertgrößte gemessen an der Bevölkerung ist und großartige Standortfaktoren habe. „Aber wenn Sie mitbekommen, wie die Landesregierung im Ausland für unser Land wirbt, dann gibt es da noch sehr viel Verbesserungspotenzial“, sagte der CDU-Politiker. 

Neigt Niedersachsen zum Understatement? 

Vize-Regierungschefin Julia Willie Hamburg hatte bereits im Februar gesagt: „Ich glaube, dass unser Bundesland zu einem starken Understatement neigt und das eigentlich nicht müsste. Wir sind nordisch nüchtern und zufrieden damit, dass alles läuft.“ Die wirtschaftliche Stärke werde nicht so sehr nach außen getragen, räumte die Grünen-Politikerin ein. „Wir täten gut daran, häufiger über unsere Stärken zu sprechen, auch wenn es unserem Naturell nicht so sehr entspricht.“