Berlins Olympia-Chance schwindet: „Sehe keinen Vorteil“
Linke und Grüne lehnen die Olympiapläne ab – wie reagiert der DOSB auf das Wahlergebnis? Die Entscheidung fällt schon am Samstag.
Könnte Berlins neue Regierende Bürgermeisterin werden: Elif Eralp. Britta Pedersen/dpa
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Das Berliner Wahlergebnis lässt die Chancen der Olympia-Bewerbung wenige Tage vor der Entscheidung erheblich schrumpfen. „Ich denke, dass sich die Entscheidung erledigt hat, weil, wir haben jetzt die Wahl auch mit diesen Aussagen zu Olympia gewonnen und insofern werden diejenigen, die das an Berlin herantragen, sich auch überlegen, ob das Sinn macht, dann so einer Bewerbung den Zuschlag zu geben. Und ich denke, das ist ziemlich eindeutig“, sagte Linke-Spitzenkandidatin Elif Eralp am Tag nach der Abgeordnetenhauswahl.
Die Partei, die die Bewerbung um die Spiele in Berlin ablehnt, war zur stärksten Kraft gewählt worden. Schon am kommenden Samstag entscheidet der Deutsche Olympische Sportbund über den deutschen Bewerber.
Eralp: „Sehe keinen Vorteil für Berlin“
Eralp bekräftigte ihre Ablehnung noch einmal: „Ich habe ganz klar gesagt, dass ich beispielsweise die sechs Millionen, die schon für die Olympiabewerbung ausgegeben wurden, für eine Steuergeld-Verschwendung halte. Und es sollen ja noch viele Millionen und Milliarden dazu kommen. Und ich sehe keinen Vorteil für Berlin.“ Sie gehe nicht davon aus, dass die Hauptstadt den Zuschlag erhalten werde.
Ähnlich äußerten sich auch die Grünen. „So sehr wie die Parteien, die Olympia wollten, bei der Wahl abgestraft wurden, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass sich der DOSB darauf einlassen möchte“, sagte Klara Schedlich, die sportpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion im Abgeordnetenhaus, der dpa.
Schedlich sieht kaum noch Chancen für die Bewerbung. (Archivbild)Britta Pedersen/dpa
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Politikerin Schedlich ist eine der prominentesten Kritikerinnen der Olympiapläne des Senats aus CDU und SPD, der am Sonntag von den Wählern und Wählerinnen abgestraft wurde. Eralp könnte eine rot-rot-grüne Koalition anführen. Und selbst ein CDU-geführter neuer Senat wäre auf die Grünen angewiesen.
Wahlergebnis kein Olympia-Votum
Berlin bewirbt sich zusammen mit Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern neben München und der Rhein-Ruhr-Region mit Köln um den Zuschlag für die Bewerbung der Spiele 2036, 2040 oder 2044. Der DOSB wird seine Entscheidung bei der Mitgliederversammlung in Baden-Baden bekanntgeben.
Als Votum gegen Olympische und Paralympische Spiele kann das Wahlergebnis zwar nicht verstanden werden. Das Thema spielte im Wahlkampf kaum eine Rolle. Ob die DOSB-Delegierten sich aber trotz der möglichen neuen Regierung in der Hauptstadt für Berlin aussprechen würden, ist äußerst fraglich. Das sieht auch Schedlich so: „Ich gehe fest davon aus, dass sich für München entschieden wird. Und das würde ich auch allen empfehlen.“ Dazu kommt noch, dass die Olympia-Gegner in Berlin ein Volksbegehren gegen die Spiele anstreben.
LSB-Präsident Thomas Härtel kämpft weiter um die Spiele in Berlin. (Archivbild)Sebastian Christoph Gollnow/dpa
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Die Unterstützer wollen den Kampf noch nicht aufgeben, aber auch Thomas Härtel, Präsident des Landessportbundes Berlin, räumt ein, dass die Lage „nicht einfacher geworden“ sei. „Es ist eine gewisse verstärkte Unsicherheit da. Wir kämpfen aber weiter bis zum Schluss“, sagte Härtel der Deutschen Presse-Agentur.
Für den ehemaligen Sport-Staatssekretär ist es auch ein gesellschaftliches Anliegen, die Spiele nach Berlin zu holen. Angesichts der „auseinanderdriftenden Gesellschaft“ hat die Berliner Bewerbung mit Sachsen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern drei Bundesländer aus der ehemaligen DDR dabei, denen die Austragung der Spiele neue Perspektiven bescheren würden: „Dieses Signal müssen wir an den DOSB senden.“
Olympia-Beauftragter: „Haben ein sehr gutes Konzept“
Berlins Olympia-Beauftragter Kaweh Niroomand hofft noch auf ein Umdenken der möglichen neuen Koalitionspartner. „Ich gehe davon aus, dass wir gute Gespräche führen werden“, sagte der 73-Jährige der dpa. Der Wahlkampf sei nun vorbei. Er gehe davon aus, dass auch die neue Regierung zu dem jetzigen Senatsbeschluss stehen werde. Dass der DOSB seine Entscheidung so kurz nach der Wahl in Berlin gelegt habe, sei aber „eine große Hypothek“ für die Hauptstadt.
Berlins Olympia-Beauftragter Niroomand sieht Berlin nicht in der Außenseiterrolle. (Archivbild)Sebastian Christoph Gollnow/dpa
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Sollte die Berliner Bewerbung scheitern, sieht Niroomand dies als den Knackpunkt. „Wir haben ein sehr gutes Konzept, das wissen alle.“ 95 Prozent der Verbände, mit denen man gesprochen habe, seien zufrieden. „Einige finden das sogar sensationell, wenn sie daran denken, Boxen oder Taekwondo in der Waldbühne durchführen zu können.“
Dass Berlin als Außenseiter in die Entscheidung gehe, ist aus Sicht des 73-Jährigen „absoluter Quatsch. Das ist etwas, was kolportiert wird von bestimmten Kreisen.“
Hat Berlin noch Chancen auf die Spiele? (Symbolbild)Jens Kalaene/dpa
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