Schwül statt kühl: Nach der Rekordhitze bleibt es unangenehm
Von der erhofften Abkühlung ist im Südwesten noch nicht so viel zu spüren. Woran liegt das und kann man das deutsche WM-Spiel draußen gucken? So soll sich das Wetter im Laufe der Woche entwickeln.
Gewitter ziehen übers Land.Philipp von Ditfurth/dpa
© Philipp von Ditfurth/dpa
Zwar ist es weniger heiß als vergangene Woche, doch das Wetter bleibt in Baden-Württemberg auf andere Weise ungemütlich. Am Nachmittag und Abend könnten Unwetter beispielsweise ein Public Viewing zum Spiel der Fußball-Nationalmannschaft gegen Paraguay bei der Weltmeisterschaft im wörtlichen Sinne verhageln. Auch sonst ist es vielerorts schwüler geworden. Die erhoffte Abkühlung lässt noch auf sich warten.
Und selbst dann sollen die Temperaturen laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) die Woche über verbreitet bei mehr als 25 Grad liegen. „Das ist nicht das, was man sich allgemein unter kühl vorstellt“, räumte Meteorologe Christian Ehmann ein. Mit Blick auf den Juli gehe es in die heißeste Phase des Jahres.
Risiko für Starkregen, Hagel und Sturmböen in diesen Regionen
Nach kurzer Beruhigung sollen sich am Montag im Laufe des Nachmittags Schauer und Gewitter bilden. Das größte Risiko für lokale Unwetter durch heftigen Starkregen, Hagel und Sturmböen gebe es in Oberschwaben und im Allgäu, heißt es in der Vorhersage des DWD. In kurzer Zeit könnten um 40 Liter Regen pro Quadratmeter und zwei Zentimeter große Hagelkörner fallen. Wo genau Schwerpunkte von Gewittern seien, lasse sich nicht prognostizieren.
Die Temperaturen sollen auf Höchstwerte zwischen 25 und 29 Grad steigen. Kein Vergleich mehr zum Wochenende, als in Waghäusel-Kirrlach im Landkreis Karlsruhe am Samstag nach vorläufigen DWD-Angaben 41,4 Grad gemessen worden. Der bisherige Temperaturrekord im Südwesten war da gerade einen Tag alt: Am Freitag wurden ebenfalls in Waghäusel 40,6 Grad gemessen.
Abkühlung kommt in Schüben
Wer zum Wochenstart auf eine richtige Abkühlung gehofft hatte, könnte enttäuscht gewesen sein: Kühl im Sinne von frisch ist es vielerorts nicht wirklich. Das liege daran, dass die Kaltfront nur schubweise kalte Luft bringe, erklärte Meteorologe Ehmann. „Da gibt es keine scharfe Trennlinie.“
Mittwoch und Donnerstag sei der nächste Schub zu erwarten, dann solle der Hauptteil der Kaltfront übers Land ziehen. Vorher könnte es am Dienstag nochmal 30 Grad oder etwas mehr am Rhein geben, sagte Ehmann.
Hinzu komme, dass der aktuelle Regen allerhöchstens kurzfristig für Abkühlung sorge, sagte der Fachmann. Vielmehr werde die Luft dadurch feuchter. „Das fühlt sich dann eher noch unangenehmer an.“ Einen kleinen Effekt habe zudem, dass vor allem Städte nach den vergangenen Tagen noch aufgeheizt sind.
Mittwoch und Donnerstag trockener
Am Dienstag sind laut Vorhersage schon am Vormittag wieder Schauer und Gewitter möglich, die im Tagesverlauf häufiger und kräftiger ausfallen und sich bis in die Nacht ziehen dürften. Stellenweise könne es heftigen Starkregen, Hagel und schwere Sturmböen geben. Es bleibe schwülwarm.
Mittwoch soll es anfangs vor allem in den östlichen Regionen noch häufig regnen und gewittern, während es am Rhein wohl weitgehend trocken bleibe. Am Donnerstag bleibt es nach der Vorhersage wechselnd bewölkt und trocken, bevor es in der Nacht zu Freitag gebietsweise wieder regnen könnte.