Darum ist Kohlenmonoxid so gefährlich
Noch ist unklar, woran die drei Männer in einer mittelhessischen Gerberei starben. Als mögliche Ursache genannt wird Kohlenmonoxid.
Kohlenmonoxid-Warnmelder können schützen. (Symbolbild)Daniel Bockwoldt/dpa
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Nach dem tödlichen Arbeitsunfall in einer mittelhessischen Gerberei beginnt die Ursachenforschung. Ein möglicher Grund ist eine Kohlenmonoxidvergiftung. Diese These äußerte unter anderem Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU). Ihm zufolge gehen die Behörden davon aus, dass es in der Grube der Gerberei zu einer Kohlenmonoxidbildung gekommen sein könnte, die zum Tod der drei Arbeiter geführt habe.
Was ist Kohlenmonoxid?
Kohlenmonoxid - chemisch CO - ist ein verdichtetes Gas, das farblos und geruchlos ist. „Von dem Stoff gehen akute oder chronische Gesundheitsgefahren aus“, heißt es in der Gefahrstoff-Datenbank des Instituts für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA).
Welche Gefahren gehen davon aus?
Eine Gefahr ist eine Explosion, die andere eine Vergiftung, so das Institut. Verbindet sich Kohlenmonoxid mit Metallpulvern wie zum Beispiel Aluminium kann es sich entzünden oder explodieren. Kommt Kohlenmonoxid etwa mit Schwefel, Fluor oder Chlor in Kontakt, entstehen hochgiftige Verbindungen.
Wie wirkt Kohlenmonoxid im Körper?
Kohlenmonoxid ist in der Lage, den Sauerstoff im Blut zu verdrängen. Es bindet sich an die roten Blutkörperchen (Hämoglobin), die den Sauerstoff über das Blut zu den Zellen und Organen transportieren. Das führt zu akutem Sauerstoffmangel im Körper und damit zum Ersticken der Betroffenen, wie der Klinikverbund der gesetzlichen Unfallversicherung (BG-Kliniken) informiert.
Was macht das Gas so gefährlich?
Kohlenmonoxid kann man weder riechen noch sehen noch schmecken. Symptome sind lediglich Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit, die oft gar nicht mit einer Vergiftung in Verbindung gebracht werden. Betroffene ersticken, ohne dass sie eine Atemnot spüren, wie die BG-Kliniken erläutern.
Wer ist gefährdet?
Nicht nur Arbeiter in Industriebetrieben sind gefährdet. Auch in Shishabars kommt es immer wieder zu Kohlenmonoxidvergiftungen. Eine Gefahrenquelle sind auch Grills, Feuerschalen und Campingkocher in Innenräumen. Es gibt Kohlenmonoxid-Melder, herkömmliche Rauchmelder reagieren nicht auf Gas.
Was sollte man tun?
Wer möglicherweise Kohlenmonoxid eingeatmet hat, sollte laut Institut für Arbeitsschutz so schnell wie möglich an die frische Luft gebracht werden. Von den Rettungskräften erhält der Betroffene über eine Atemmaske reinen Sauerstoff, der das Gas verdrängt. Auch Helfer müssen sich schützen, am besten mit einer Maske mit Kohlenmonoxidfilter oder noch besser mit einem Atemgerät.