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Dampfen statt Trinken: Wie sich der Drogenkonsum verändert

Die Zeiten des Komasaufens sind größtenteils vorbei. Stattdessen greifen junge Leute nach Einschätzung eines Experten öfter zur E-Zigarette. So verändert sich das Konsumverhalten in Thüringen.

28.10.2026

Vapes sind bei Jugendlichen hoch im Kurs. (Archivbild)Marijan Murat/dpa

Vapes sind bei Jugendlichen hoch im Kurs. (Archivbild)Marijan Murat/dpa

© Marijan Murat/dpa

Weniger Alkohol, dafür mehr Vapes: Das Konsumverhalten von Jugendlichen hat sich nach Einschätzung der Thüringer Fachstelle für Suchtprävention geändert. Generell tränken Jugendliche weniger Alkohol, stattdessen seien E-Zigaretten ein großes Thema geworden, sagte der Geschäftsführer Timo Bonengel. „Man hat das Gefühl: Wenn irgendwo ein bisschen Ruhe reinkommt, dann kommt das nächste.“

Zwar nehme man bei Vapes durch das Verdampfen im Gegensatz zu Zigaretten weniger von einigen Schadstoffen auf. Dafür entstünden aber auch neue chemische Verbindungen, deren Langzeitwirkung nicht erforscht sei. E-Zigaretten oder Vapes sind Geräte, mit denen sich Nikotin oder andere Substanzen in Form eines Dampfes inhalieren lassen.

Am Donnerstag beraten Fachleute aus der Suchthilfe gemeinsam mit Gesundheitsministerin Katharina Schenk (SPD) bei der Thüringer Jahrestagung Suchtprävention. Dabei geht es auch um aktuelle Konsumtrends im Freistaat. 

Alkohol immer noch sehr präsent 

Bonengel zufolge spielt in den Thüringer Suchthilfeeinrichtungen nach wie vor und mit weitem Abstand Alkohol die größte Rolle. Dahinter folgten Cannabis und Amphetamine, zu denen unter anderem Crystal Meth oder Speed gehören. Regionale Hotspots in Thüringen gebe es nicht. Die Nähe zu den osteuropäischen Bezugsländern mache sich aber weiterhin bemerkbar.

Sorgen bereitet Bonengel das Aufkommen neuer synthetischer Drogen wie etwa synthetischen Cannabinoiden. „Das Hauptproblem ist: Man weiß nicht, was drin ist.“ Diese Entwicklung sei schwer einzufangen und müsse beobachtet werden. In der Vergangenheit hatte es immer wieder Todesfälle im Zusammenhang mit solchen Drogen gegeben. 

Keine großen Auswirkungen sieht Bonengel hingegen durch die Folgen der Teillegalisierung von Cannabis im Jahr 2024. „Wir sehen keine klinisch relevanten Veränderungen, Cannabis war auch früher in der Suchthilfe schon sehr präsent.“ Allerdings gebe es dadurch mehr Informationsbedarf und Anfragen, etwa von Schulen zu Schulungen oder Präventionsmethoden.