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DGB erwartet mehr Zulauf am 1. Mai in Hessen als im Vorjahr

„Erst unsere Jobs, dann eure Profite“: Unter diesem Motto rufen Gewerkschaften zu Kundgebungen am Freitag auf. Was hat das mit der Wirtschaftsflaute zu tun? Und mit Grillwürsten?

29.04.2026

So wie vor einem Jahr will DGB-Landeschef Michael Rudolph auch an diesem Freitag wieder bei einer 1.-Mai-Kundgebung sprechen. (Archivbild)Andreas Arnold/dpa

So wie vor einem Jahr will DGB-Landeschef Michael Rudolph auch an diesem Freitag wieder bei einer 1.-Mai-Kundgebung sprechen. (Archivbild)Andreas Arnold/dpa

© Andreas Arnold/dpa

Der DGB-Chef von Hessen und Thüringen erwartet bei den Kundgebungen am Tag der Arbeit angesichts der Debatten über den Sozialstaat wieder mehr Zulauf. „Vor allem in der Corona-Zeit sind die Teilnehmerzahlen am 1. Mai schon etwas zurückgegangen“, sagte Michael Rudolph der Deutschen Presse-Agentur in Wiesbaden. „Aber jetzt am Freitag gehe ich in Hessen von mehr Menschen auf der Straße aus als im vergangenen Jahr.“ Denn der Druck auf Arbeitnehmer sei gewachsen. Im vergangenen Jahr hatten laut DGB rund 16.500 Menschen am 1. Mai im Bundesland demonstriert.

Rudolph verwies auf den Aufruf des Bezirks Hessen-Thüringen des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) zum 1. Mai: „Arbeitsplätze geraten unter Druck, Standorte werden verlagert, soziale Sicherheit wird infrage gestellt. Gleichzeitig sollen wir länger arbeiten, mehr leisten und mit weniger auskommen. Das machen wir nicht mit.“

Hauptkundgebung in Herborn

Die DGB-Hauptkundgebung in Hessen ist an diesem Freitag mit Landeschef Rudolph und Landeswirtschaftsminister Kaweh Mansoori (SPD) in Herborn im Lahn-Dill-Kreis geplant. Das Motto der mehr als 30 Demos im Land lautet „Erst unsere Jobs, dann eure Profite“.

Ein Mann, zwei Bundesländer: Michael Rudolph ist Vorsitzender des DGB Hessen-Thüringen. (Archivbild)Martin Schutt/dpa

Ein Mann, zwei Bundesländer: Michael Rudolph ist Vorsitzender des DGB Hessen-Thüringen. (Archivbild)Martin Schutt/dpa

© Martin Schutt/dpa

Mit insgesamt mehr als 400.000 Mitgliedern in Hessen sind die acht Einzelgewerkschaften des DGB laut Rudolph zusammen „nach wie vor die größte politische Organisation im Land“.

1. Mai-Kundgebungen sind nach seinen Worten weiterhin zeitgemäß. Es gehe darum, Protest zu formulieren und auf die Straße zu bringen - als Teil der demokratischen Auseinandersetzung. „Es gibt wenige Organisationen und Bewegungen, die dafür einen traditionellen Tag haben wie den 1. Mai“, ergänzte der DGB-Landeschef. 

Feier- und Kampftag

Es sei zugleich ein Feier- und ein Kampftag: „Natürlich feiern wir das, was wir geschafft haben, aber in diesem Jahr wird definitiv das im Vordergrund stehen, was jetzt geschafft werden muss, nämlich zuerst mein Job, dann eure Profite.“

Natürlich ist laut Rudolph aber „die Frage immer gestattet, ob wir auch Formate verändern. Das passiert tatsächlich vor Ort.“ Nach den Demos gebe es etwa Maifeste, Konzerte, Kulturfeste oder sonstige Veranstaltungen. 

„Wurst haben wir auch“

Am 1. Mai muss laut dem DGB-Landesvorsitzenden „am Ende jeder und jede für sich die Entscheidung treffen: Gehe ich grillen, ja, ziehe ich mit dem Bollerwagen durch den Wald, oder setze ich mich für meine eigenen Interessen ein? Und da kann ich nur sagen, Wurst haben wir auch.“