DFB-Gegner Elfenbeinküste: Diamant Diomande überstrahlt alle
Yan Diomande ist der aufgehende Star der Ivorer. Nicht nur Clubkollege Raum schwärmt von seinen Dribblings. Und der Leipziger ist nicht der einzige mit Bundesliga-Expertise beim deutschen Gegner.
Leipzigs Yan Diomande (l.) ist der große Offensivstar der Ivorer. (Archivbild)Petr David Josek/AP/dpa
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David Raum weiß mit am besten, was auf die deutsche Fußball-Nationalmannschaft in ihrem zweiten Spiel bei dieser WM zukommt: Ein Youngster, der das Potenzial hat, der größte Offensivstar der Elfenbeinküste seit dem legendären Didier Drogba zu werden. „Das ist ein super Junge, der eine mega Entwicklung genommen hat, aber noch nicht am Ende ist“, sagte Raum schon vor dem Turnier über seinen Leipziger Clubkollegen Yan Diomande. Und der hat das mit seinem furiosen Auftritt gegen Ecuador direkt bestätigt.
Auch Kimmich vom Leipziger beeindruckt
„Sein Dribbling ist schon außergewöhnlich, wie er so ein Start-Stop-Dribbling hat, extrem beschleunigt, den Gegner ausbremst. Er hat ein krasses Tempo“, sagte Deutschlands Kapitän Joshua Kimmich über Diomande diese Woche.
Diomande ist der größte Trumpf der Ivorer, die nach ihrem Auftakterfolg voller Selbstbewusstsein ins Duell mit der DFB-Elf am Samstag (22.00 Uhr/ZDF und MagentaTV) in Toronto gehen. Aber nicht der Einzige. Auch Hoffenheims Bazoumana Touré nahm reichlich Schwung aus der Bundesliga mit zur WM.
Der von Frankfurt an Nizza verliehene Wahi darf nicht einreisen
Ein anderer Profi aus der Bundesliga wird den Ivorern dagegen fehlen. Dem im Januar von Eintracht Frankfurt an den französischen Erstligisten OGC Nizza verliehenen Elye Wahi verweigerten die kanadischen Behörden die Einreise, wie der ivorische Verband mitteilte. Ob ein Zusammenhang wegen möglicher Manipulationsvorwürfe besteht, blieb zunächst offen.
Der 23-Jährige soll unter Verdacht stehen, beim Duell mit dem FC Metz absichtlich eine Gelbe Karte kassiert zu haben. Die französische Liga teilte mit, dass ihr mit Blick auf das Spiel untypische Vorgänge bei internationalen Sportwetten gemeldet worden seien. Ungewöhnlich viel sei auf eine Verwarnung von Wahi gesetzt worden. Die Liga schaltete die französische Justiz ein.
Gegen die DFB-Elf nicht dabei: Elye Wahi (r). (Archivbild)Peter Byrne/PA Wire/dpa
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„Bis zum heutigen Tag liegen dem Verband keine gerichtlichen oder behördlichen Verfahren vor, die ihn betreffen“, hieß es vom ivorischen Verband. Klar ist vorerst nur, dass Wahi, der beim 1:0 gegen Ecuador in der Startelf stand, gegen die DFB-Elf fehlen wird. Andere müssen es nun richten.
Bundesliga-Expertise auch im Trainerstab
Kapitän Franck Kessié, der schon über 100 Länderspiele bestritten hat, verkörpert wie kaum ein anderer im Team den mitunter ganz schön robusten Stil der Westafrikaner. Dann ist da Amad Diallo, der entscheidende Torschütze beim Last-Minute-Sieg gegen Ecuador. Und einen Einflüsterer mit langjähriger Deutschland-Erfahrung hat Coach Emerse Faé ja auch noch: der frühere Dortmunder und Hamburger Guy Demel ist Co-Trainer bei den Ivorern.
Nur ein Tor fehlte noch bei Diomandes starkem Auftritt gegen Ecuador. (Archivbild)Petr David Josek/AP/dpa
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Den Glanz der goldenen Generation um Rekordtorjäger Drogba, Gervinho oder die Brüder Yaya und Kolo Touré versprühen die WM-Novizen der Elfenbeinküste noch nicht. Für alle 26 Profis im Kader ist es das Debüt auf der größten Fußball-Bühne. Dafür könnten sie aber direkt Historisches schaffen: den ersten Einzug der „Elefanten“ in die K.o.-Phase einer WM überhaupt. „Wir wollen Geschichte schreiben“, kündigte Diomande voller Überzeugung an. Den Deutschen dürften die Ivorer jedenfalls mehr abverlangen als Außenseiter Curaçao zum Auftakt.
Raum: Diomande „den Spaß nehmen“
Die kniffligste Aufgabe gilt es dabei auf der linken Defensivseite zu lösen. Nach seinem gelungenen Turnierstart ziemlich sicher für Nathaniel Brown. Oder etwa doch für Raum? Zumindest ein paar Tipps zu Tempodribbler Diomande wird sich Bundestrainer Julian Nagelsmann vom RB-Kapitän schon holen.
Diomande habe zweifelsohne „sehr viel Qualität“, sagte Raum. Aus den vielen gemeinsamen Trainingseinheiten in Leipzig wisse er aber auch, wie man dem 19-Jährigen „den Spaß nehmen kann beim Fußball“. Diomande lebe von seinen Sololäufen. Je besser sie klappen, desto mutiger werde er in einem Spiel. Das müsse man ihm von Anfang an nehmen. „Dann wird es auch für ihn schwer“.
„Er kam als niemand zu uns nach Leipzig. Keiner kannte ihn“, erinnert sich Raum an Diomandes Wechsel vom spanischen Club CD Leganés nach Leipzig vor einem Jahr. „Er hatte eine hohe Rückennummer und jeder dachte, er ist wieder irgendein Projekt und Spieler, der nicht spielen wird.“ Doch schon nach dem ersten Training, so Raum, habe er den Bossen zum Transfer gratuliert.
Siegtorschütze beim Auftakt: Amad Diallo. (Archivbild)Petr David Josek/AP/dpa
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Hoffenheimer Touré im Fokus der Topclubs
Diomande, den sie auf ihrem Instagram-Account nach der Ecuador-Partie spaßeshalber kurz in Diamond (übersetzt Diamant) umbenannten, ist das Juwel im Team der Ivorer. Seine Raffinesse eine Komponente in ihrem Spiel. Die des Hoffenheimers Touré eine weitere. Der 20-Jährige hat sich mit seinen starken Auftritten für die TSG in den Fokus mehrerer internationaler Topclubs gespielt, auch der FC Liverpool und Manchester United sollen darunter sein.
Apropos ManUnited: Hier stand Stürmer Diallo in der vergangenen Saison immerhin in 27 Liga-Spielen in der Startelf. Mittelfeldchef Kessié spielt mittlerweile bei Al-Ahly in der vergleichsweise schwachen Liga Saudi-Arabiens, auf höchstem Niveau ist er aber nicht nur durch seine vorherigen Stationen AC Mailand und FC Barcelona erprobt. Und dennoch: Diamant Diomande überstrahlt sie alle.