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Constantin Schreiber kündigt eigenen Präsidenten-Kandidat an

Das BSW schickt den früheren „Tagesschau“-Sprecher in die Bundesversammlung, doch der sieht politisch keine Gemeinsamkeiten mit der Partei. Was ihn trotzdem dazu bewegt, die Nominierung anzunehmen.

06.11.2026

Trotz Distanz zum BSW: Schreiber nimmt Nominierung anRobert Michael/dpa

Trotz Distanz zum BSW: Schreiber nimmt Nominierung anRobert Michael/dpa

© Robert Michael/dpa

Der Journalist und frühere „Tagesschau“-Sprecher Constantin Schreiber will als Vertreter Sachsens in der Bundesversammlung einen eigenen Vorschlag für das Amt des Bundespräsidenten machen. „Ich möchte nicht einfach nur zwischen den Kandidaten wählen, die uns die Parteien dann irgendwie präsentieren“, kündigte Schreiber an. „Ich möchte nämlich selbst nach einer Persönlichkeit suchen, die dieses Amt vielleicht wirklich auch verdient.“ Von diesem Recht eines Wahlmannes wolle er Gebrauch machen, sagte Schreiber. 

Der 47-Jährige war von der BSW-Fraktion im sächsischen Landtag für die Bundesversammlung nominiert worden. Sie wählt am 30. Januar eine neue Person für das höchste Staatsamt. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus mehreren hochrangigen Quellen der Union will CDU-Chef Friedrich Merz die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) den CDU-Führungsgremien vorschlagen, die am Sonntag und Montag in Berlin tagen.

„Vorruhestand mit Schloss Bellevue“

Schreiber sagte, das Amt sei nicht „der politische Vorruhestand mit Schloss Bellevue, er ist nicht die letzte Beförderung für jemanden, dessen Karriere ansonsten wahrscheinlich zu Ende wäre“.

Der Journalist distanzierte sich zugleich vom BSW, das ihn in die Bundesversammlung entsendet. „Man muss kein Politikwissenschaftler sein, um zu erkennen, dass zwischen meinen politischen Überzeugungen und denen des BSW erhebliche Unterschiede bestehen beziehungsweise es überhaupt keine Überschneidungen gibt.“ Als Beispiele nannte er die Positionen zu Israel, zur Russland und zur Wirtschaftspolitik. Trotzdem sage er ja zu seiner Nominierung, ergänzte Schreiber. Eine Demokratie lebe davon, dass Menschen mit unterschiedlichen Meinungen bereit seien, miteinander zu sprechen.