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Chemie-Forschungszentrum knüpft erste Industrie-Kontakte

Das milliardenschwere CTC soll die Chemiebranche nachhaltiger machen. Nun entstehen erste Kooperationen mit Unternehmen - und die Baupläne werden konkreter.

14.06.2026

Auf dem Gelände der früheren Zuckerfabrik in Delitzsch soll in den kommenden Jahren der Hauptstandort des Chemie-Forschungszentrums CTC entstehen. (Archivbild) Jan Woitas/dpa

Auf dem Gelände der früheren Zuckerfabrik in Delitzsch soll in den kommenden Jahren der Hauptstandort des Chemie-Forschungszentrums CTC entstehen. (Archivbild) Jan Woitas/dpa

© Jan Woitas/dpa

Das Chemie-Großforschungszentrum CTC in Sachsen und Sachsen-Anhalt knüpft erste Verbindungen zur Industrie. Wie das Zentrum auf Anfrage mitteilte, entstehen bereits erste Kooperationen mit Unternehmen aus der Chemie-, Automobil- und Luftfahrtbranche. Gleichzeitig rückt der Aufbau der dauerhaften Standorte in Delitzsch und Merseburg näher.

Forschung für die Chemie der Zukunft

Das CTC gehört zu den größten Forschungsprojekten des Strukturwandels nach dem Kohleausstieg. Das vom Bund bis 2038 mit rund 1,1 Milliarden Euro geförderte Zentrum soll neue Verfahren für eine klimafreundlichere Chemie entwickeln und den Einsatz von Recycling-Materialien sowie nachwachsenden Rohstoffen voranbringen.

Derzeit beschäftigt das Center for the Transformation of Chemistry (CTC) nach eigenen Angaben 62 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus zwölf Nationen. Geforscht wird unter anderem an nachhaltigen Kunststoffen, Recycling-Verfahren und der Digitalisierung von Laborprozessen. Langfristig soll das Zentrum die Chemieindustrie stärker auf Kreislaufwirtschaft ausrichten und unabhängiger von fossilen Rohstoffen machen.

Nach Angaben des CTC sollen die Kooperationen mit Unternehmen in den kommenden Jahren weiter ausgebaut werden. Das Zentrum setzt dabei auch auf neue Unternehmensgründungen und Ansiedlungen im Umfeld seiner Forschung.

Campus in Delitzsch nimmt Gestalt an

In Delitzsch laufen nach Angaben des sächsischen Wissenschaftsministeriums die Vorbereitungen für den künftigen Forschungscampus. Das Gelände der ehemaligen Zuckerfabrik wurde bereits beräumt, derzeit werden die weiteren Bauplanungen vorbereitet. 2028 soll dort ein erstes Büro- und Laborgebäude fertiggestellt werden.

Das Chemie-Forschungszentrum CTC soll mit Forschung zu Recycling und nachhaltigen Rohstoffen die Transformation der Chemieindustrie voranbringen. (Archivbild) Jan Woitas/dpa

Das Chemie-Forschungszentrum CTC soll mit Forschung zu Recycling und nachhaltigen Rohstoffen die Transformation der Chemieindustrie voranbringen. (Archivbild) Jan Woitas/dpa

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Die Auswirkungen des Projekts in Delitzsch sind nach Angaben von Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos) bereits spürbar. Es gebe vermehrte Anfragen von Unternehmen, die an Kooperationen im Bereich der Kreislaufwirtschaft interessiert seien. Zudem würden benachbarte Industrieflächen zunehmend von Investoren entwickelt. Der gesamte innere Südraum der Stadt habe sich „jetzt schon massiv verändert“, sagte Wilde.

Zweiter Standort in Merseburg

Auch in Merseburg laufen die Planungen für den zweiten Standort. Dort soll auf einem Grundstück nahe der Hochschule Merseburg ein Forschungscampus mit einem hochautomatisierten Pharma-Labor entstehen. Nach Angaben des Wissenschaftsministeriums Sachsen-Anhalt könnten die Bauarbeiten 2028 beginnen. Die Fertigstellung des Forschungsgebäudes wird derzeit für Anfang 2031 angestrebt.

Das CTC war 2022 als eines von zwei neuen Großforschungszentren für die Kohleregionen ausgewählt worden. Bis 2038 sollen an den Standorten Delitzsch und Merseburg rund 1.000 Menschen arbeiten. Sachsen-Anhalts Wissenschaftsminister Armin Willingmann (SPD) sieht in dem Vorhaben einen wichtigen Beitrag für die Zukunft der Branche. „Das CTC wird in den kommenden Jahren dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Chemieindustrie auf dem Weg zur Klimaneutralität zu sichern“, erklärte er.