dpa

CDU fordert mehr Therapieplätze für Pädophile

Lange Wartelisten und überlastete Angebote: Die CDU fordert deutlich mehr Therapieplätze für Menschen mit pädophilen Neigungen in Hamburg - und will so dem Kindesmissbrauch vorbeugen.

01.08.2026

Die CDU in der Hamburgischen Bürgerschaft will mit mehr Therapieplätzen für Pädophile dem sexuellen Kindesmissbrauch vorbeugen. (Symbolbild)Julian Stratenschulte/dpa

Die CDU in der Hamburgischen Bürgerschaft will mit mehr Therapieplätzen für Pädophile dem sexuellen Kindesmissbrauch vorbeugen. (Symbolbild)Julian Stratenschulte/dpa

© Julian Stratenschulte/dpa

Die CDU in der Hamburgischen Bürgerschaft fordert einen Ausbau der Therapie- und Präventionsangebote für Menschen mit pädophilen Neigungen. Sexualisierte Gewalt gegen Kinder zähle zu den schwerwiegendsten Straftaten und könne für Betroffene lebenslange psychische, soziale und gesundheitliche Folgen haben, heißt es in dem Antrag, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Neben konsequenter Strafverfolgung komme deshalb der Prävention eine zentrale Bedeutung zu.

„Kinderschutz beginnt, bevor eine Straftat passiert“, sagte die gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion, Christin Christ, der dpa. „Wer verhindern will, dass Kinder zu Opfern werden, muss auch diejenigen erreichen, die Hilfe suchen, bevor sie Täter werden.“

Lange Wartezeiten auf Therapieplätze

Nach Angaben des Senats stehen im Projekt „Prävention sexuellen Kindesmissbrauchs in Hamburg“ derzeit 60 ambulante Behandlungsplätze für Erwachsene zur Verfügung. Das Angebot richtet sich unter anderem an Menschen, die ein sexuelles Interesse an Kindern haben, bislang aber keine Straftat begangen haben, aber befürchten, dies künftig zu tun.

„Dieses Angebot war in den vergangenen Jahren regelmäßig über 100 Prozent ausgelastet“, heißt es in dem Antrag. Zum 1. Juni hätten 94 Personen auf der Warteliste gestanden. 

Auch die Präventionsambulanz Altona am Institut für Sexualforschung, Sexualmedizin und Forensische Psychiatrie des UKE sei überlastet. Dort seien zum 1. Juni insgesamt 67 rechtskräftig verurteilte Menschen in ambulanter Behandlung gewesen - bei nur 54 Behandlungsplätzen, was einer Auslastung von 124 Prozent entspreche.

CDU fordert 30 weitere Plätze

„Die Zahlen zeigen eindeutig: Die bestehenden Therapie- und Präventionsangebote in Hamburg sind längst an ihrer Belastungsgrenze“, sagte Christ. „Wartelisten und monatelange Verzögerungen dürfen kein Risiko für den Schutz von Kindern sein.“

Die CDU fordert daher die Schaffung und dauerhafte Finanzierung von mindestens 20 zusätzlichen ambulanten Behandlungsplätzen im Rahmen des Projekts. Weitere zehn Plätze sollen im forensischen Bereich am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf geschaffen werden.

„Prävention ist kein Widerspruch zu konsequenter Strafverfolgung, sondern deren notwendige Ergänzung“, betonte Christ. „Unser Ziel ist klar: Kinder besser schützen, bevor Leid entsteht.“