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Busse ohne Fahrer? - Thüringen will Modellregion werden

Vieles klingt noch wie Zukunftsmusik: Doch Thüringen will beim autonomen Fahrer und neuen Verkehrskonzepten vor allem für ländliche Regionen mitmischen. Was der Freistaat vorhat.

08.08.2026

Thüringen will  System für selbstfahrende Fahrzeuge aufbauen (Archivbild).Sebastian Gollnow/dpa

Thüringen will System für selbstfahrende Fahrzeuge aufbauen (Archivbild).Sebastian Gollnow/dpa

© Sebastian Gollnow/dpa

Thüringen plant eine landesweite Modellregion für autonomes und vernetztes Fahren. Ziel sei, in der Zukunft fahrerlose Fahrzeuge in den öffentlichen Nahverkehr und den geplanten integralen Taktfahrplan für den Freistaat einzubeziehen, teilte das Thüringer Verkehrsministerium auf Anfrage in Erfurt mit. Das Vorhaben solle auch beim Treffen der ostdeutschen Verkehrsminister am 13. und 14. August in Gera eine Rolle spielen. 

Es gehe Thüringen vor allem um neue Verkehrskonzepte für ländliche Regionen, bei denen der Freistaat in Zukunft auch als Modell für andere Bundesländer dienen könnte. Verbessert werden sollen Erreichbarkeit und Nahverkehrsversorgung; Betriebskosten sollen langfristig stabilisiert werden. Sogenannte Level-4-Fahrzeuge, die ganz ohne Fahrer unterwegs sein können, könnten in der Zukunft neben dem Linienverkehr im Taktfahrplan auch Zubringerfahrten in dünn besiedelte Regionen sowie Fahrten auf Anforderung übernehmen. 

Robobus von Innovationszentrum vorgestellt 

Der aus Thüringen stammende parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Christian Hirte, sagte auf dpa-Anfrage: „Wir sind immer daran interessiert, wenn Bundesländer bei solchen Projekten mitmachen.“ Über wissenschaftliche Tests sei das autonome Fahren hinaus. „Es geht um die Praxis.“ 

Der Freistaat stehe bei dem Projekt nicht am Anfang, so das Ministerium. Beispielsweise habe sich Verkehrsminister Steffen Schütz (CDU) im Juli über einen autonom fahrenden Kleinbus - einen sogenannten Robobus - informiert, den das Thüringer Innovationszentrum Mobilität an der Technischen Universität Ilmenau vorgestellt habe. 

Wettbewerb mit Großstädten und Ballungsregionen 

Es gebe ein leistungsfähiges Forschungsnetzwerk auf Landesebene. Dazu gehörte unter anderem auch die Bauhaus-Universität Weimar oder das AVF-Kompetenzzentrum Thüringen als zentrale Forschungs- und Koordinierungsstelle für das automatisierte und vernetzte Fahren. 

Nach Angaben des Ministeriums hat die Verkehrsministerkonferenz von Bund und Ländern im März beschlossen, Deutschland zu einem Leitmarkt für autonomes Fahren zu entwickeln und Modellregionen aufzubauen. Thüringen stehe dabei im Wettbewerb mit Großstädten wie Hamburg und Berlin, aber auch Metropolregionen wie Nürnberg. Die Umsetzung von Modellregionen erfordere erhebliche Investitionen, so das Ministerium.