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Business Club: Keine Presse auf Wunsch von Höffner-Chef

Rostocks Oberbürgermeisterin sagte die Teilnahme an der Veranstaltung ab. Die Presse darf nicht rein. Der Wirtschaftsminister schon. Eine AfD-Spende und ein Möbelunternehmer sorgen für Schlagzeilen.

05.03.2026

Rostocks Oberbürgermeisterin sagte ihre Teilnahme ab.Bernd Wüstneck/dpa

Rostocks Oberbürgermeisterin sagte ihre Teilnahme ab.Bernd Wüstneck/dpa

© Bernd Wüstneck/dpa

Bei einer Veranstaltung des Rostock Business Club ist auf Wunsch des angekündigten Redners, des Unternehmers Kurt Krieger (Möbel Höffner), die Presse ausgeschlossen worden. Die Entscheidung sei nach Rücksprache mit der Firma Krieger gefallen, bestätigten die Veranstalter. Zuvor hatte der NDR darüber berichtet. Wirtschaftsminister Wolfgang Blank (parteilos) wird ein Grußwort bei der Veranstaltung am Abend in Rostock-Warnemünde halten. 

Rostocks Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger (Linke) hatte dagegen ihre Teilnahme abgesagt und zur Begründung auf eine Spende Kriegers an die AfD verwiesen. Sie kenne Herrn Krieger und habe mehrfach mit ihm gesprochen. „Seine politische Haltung ist keineswegs rechtsextrem, aber wer 2024 mit viel Geld die AfD in Sachsen unterstützt hat, sollte spätestens heute eine klare Distanzierung vornehmen“, ließ sie auf Anfrage wissen. Im Rathaus verwies man darauf, dass die AfD in Sachsen vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft werde.

Inspirierende Keynote

Über eine Firma Kriegers (CMC Center Management) war 2024 laut AfD-Rechenschaftsbericht eine Spende von 18.000 Euro an die AfD in Sachsen geflossen. Der Rostock Business Club hatte „eine inspirierende Keynote von Kurt Krieger, Inhaber der Krieger Gruppe und prägende Persönlichkeit der deutschen Möbelbranche“ angekündigt. Es sollte auch Informationen über ein neues Höffner‑Projekt in Rostock‑Schutow geben, das „für Wachstum, regionale Stärke und eine klare Vision“ stehe.

Krieger gab der dpa auf Anfrage zunächst keine Stellungnahme zu der Spende. Der „Bild“ hatte er vor einigen Tagen gesagt, sein Unternehmen sei „politisch völlig neutral“. 

Kritik an der Absage Krögers kam von der Vorsitzenden der Rostocker Bürgerschaftsfraktion FDP/Unabhängige, Julia Kristin Pittasch, die der Oberbürgermeisterin Symbolpolitik vorwarf. Der arbeitsmarktpolitische Sprecher der AfD-Fraktion im Schwerin Landtag, Michael Meister, betonte, Kröger schade mit ihrem Verhalten dem Standort Rostock.