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Busfahrer in den kreisfreien Städten streiken am Montag

Montag droht Stillstand: In Kiel, Lübeck, Neumünster und Flensburg sollen die Stadtbusse stehen bleiben. Was Verdi fordert und was die Arbeitgeberseite sagt.

30.01.2026

In Kiel werden die Stadtbusse am Montag wegen eines Warnstreiks in den Depots bleiben. (Archivbild)Axel Heimken/dpa

In Kiel werden die Stadtbusse am Montag wegen eines Warnstreiks in den Depots bleiben. (Archivbild)Axel Heimken/dpa

© Axel Heimken/dpa

Fahrgäste in den vier kreisfreien Städten Schleswig-Holsteins müssen sich am Montag auf erhebliche Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr einstellen. Im Tarifstreit bei den großen kommunalen Busunternehmen im Norden hat die Gewerkschaft Verdi die Busfahrer in Kiel, Lübeck, Neumünster und Flensburg zu einem Warnstreik aufgerufen. Im Rahmen von parallel laufenden Tarifverhandlungen für den Tag soll es demnach bundesweit Warnstreiks bei Verkehrsunternehmen geben.

Der Warnstreik startet mit Betriebsbeginn und soll bis zum Betriebsschluss andauern. Er betrifft die Busse der KVG in Kiel, der Stadtwerke Lübeck Mobil, des SWN Stadtverkehrs in Neumünster und des Unternehmens Aktiv Bus in Flensburg. „Es ist davon auszugehen, dass der öffentliche Personennahverkehr in den betroffenen Regionen weitgehend zum Erliegen kommt“, kündigte die Gewerkschaft an. Damit rechnet auch der Geschäftsführer des Kommunalen Arbeitgeberverbandes, Jan Jacobsen.

Demonstration in Lübeck

Streikende aus Schleswig-Holstein und dem Nachbarland Mecklenburg-Vorpommern sind zu einer Kundgebung mit anschließender Demonstration von 10.00 Uhr an hinter dem Gewerkschaftshaus in Lübeck aufgerufen.

„Wir haben inzwischen Verhandlungsrunden mit den Arbeitgebern in beiden Bundesländern geführt. Auf unsere Forderungen wurde mit Gegenforderungen nach Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen reagiert“, sagte Verdi-Nord-Verhandlungsführer Sascha Bähring. „Das kann man so machen – dann müssen wir den Konflikt eben deutlich hörbarer führen und den Druck erhöhen.“

Auch in den anderen drei kreisfreien Städten Lübeck, Neumünster und Flensburg nicht. (Symbolbild)Carsten Rehder/dpa

Auch in den anderen drei kreisfreien Städten Lübeck, Neumünster und Flensburg nicht. (Symbolbild)Carsten Rehder/dpa

© Carsten Rehder/dpa

Zuletzt hatte es 2024 größere Warnstreiks der Busfahrerinnen und Busfahrer im Norden gegeben. Am 18. Februar findet die zweite Runde der Tarifverhandlungen über einen neuen Manteltarifvertrag statt. Die Gewerkschaft fordere spürbar bessere Arbeitsbedingungen, sagte Bähring der Deutschen Presse-Agentur. Ziel sei es, die Attraktivität der Dienste zu erhöhen. Zudem forderte Verdi ein komplettes Gehalt als Jahressonderzahlung.

Diese Sonderzahlen beträgt nach Angaben der Arbeitgeberseite 1.200 Euro. „Sie bekommt jeder Festangestellte.“ Die rund 1.500 Busfahrerinnen und Busfahrer in den vier kreisfreien Städten verdienten zwischen gut 3.400 Euro (Einstiegsgehalt) und mehr als 3.700 Euro in der höchsten Stufe. Mit diversen Zuschlägen seien es knapp 4.000 Euro.

Nach Angaben von Jacobsen haben die Beschäftigten neben 30 Urlaubs- auch 2 zusätzliche Erholungstage. Ab dem kommenden Jahr sind es 3. Die Wochenarbeitszeit sinkt dann von aktuell 38 auf 37,5 Stunden.