Bundesweite Krisenübung zu außergewöhnlicher Hitze und Dürre
Mehr als 5.000 Menschen sind in diesem Jahr in Deutschland bereits an den Folgen von Hitze gestorben. Wie lassen sich Bürgerinnen und Bürger besser schützen?
Mehr als 180 Organisationen sind bei der länder- und ressortübergreifenden Krisenmanagementübung (LÜKEX) dabei. (Symbolbild)Moritz Frankenberg/dpa
© Moritz Frankenberg/dpa
Im Mittelpunkt steht das Szenario einer außergewöhnlichen Hitze- und Dürrelage: Niedersachsen beteiligt sich im Herbst an der länder- und ressortübergreifenden Krisenmanagementübung LÜKEX. Das teilte das niedersächsische Innenministerium jetzt mit. Die Übung wird vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe koordiniert.
Mehr als 180 Organisationen beteiligen sich an der Übung. Aus Niedersachsen nehmen alle für das Szenario zuständigen Ministerien teil – darunter insbesondere die Bereiche Inneres, Gesundheit, Umwelt, Landwirtschaft und Verkehr.
Nationales Krisenmanagement weiterentwickeln
Geübt wird, wie Bund, Länder und weitere beteiligte Stellen Informationen austauschen, Entscheidungen koordinieren und Maßnahmen aufeinander abstimmen. Ziel ist es laut Innenministerium, das nationale Krisenmanagement weiterzuentwickeln und die gesamtstaatliche Sicherheitsvorsorge zu stärken.
„Wir alle haben die Auswirkungen hoher Temperaturen in den vergangenen Wochen immer wieder gespürt, und sie stellen eine besondere Herausforderung dar“, sagte Innenministerin Daniela Behrens (SPD). Außergewöhnliche Hitze- und Dürrelagen beträfen nahezu alle Bereiche des Gemeinwesens – von der Gesundheits- und Trinkwasserversorgung bis hin zu Infrastruktur, Landwirtschaft und Einsatzkräften. Wirksamer Bevölkerungsschutz gelinge nur im engen Zusammenspiel aller verantwortlichen Stellen, erklärte Behrens.
Mehr als 5.000 Hitzetote in Deutschland in diesem Jahr
Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts sind in Deutschland bis Ende Juni dieses Jahres bereits mehr als 5.000 Menschen an den Folgen von Hitze gestorben. Gleichzeitig führten die außergewöhnlich hohen Temperaturen auch zu Einschränkungen im Bahnverkehr, zu Straßenschäden, einer hohen Waldbrandgefahr und außergewöhnlich niedrigen Wasserständen.
Auch für die kritische Infrastruktur wie die Energieversorgung gibt es laut Innenministerium in solchen Lagen besondere Herausforderungen. Die vergangenen Wochen hätten gezeigt, dass außergewöhnliche Hitze- und Dürrelagen längst nicht mehr nur eine Herausforderung für das Gesundheitswesen seien, sondern zunehmend den gesamten Bevölkerungsschutz forderten.
Aktuelle Gefahrenlagen im Notfall-Monitor Niedersachsen
Die Landesregierung informiert mit dem Notfall-Monitor Niedersachsen fortlaufend über aktuelle Gefahrenlagen, Warnungen und Maßnahmen zur persönlichen Notfallvorsorge. Bürgerinnen und Bürger finden dort zudem Hintergrundinformationen zur Übung LÜKEX im Herbst sowie zum Bevölkerungsschutz in Niedersachsen.