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ADAC-Test: Hessens Rastplätze sind besonders dreckig

Verdreckte WCs, gesperrte Anlagen: Wer auf der Fahrt in den Urlaub eine Toilette braucht, erlebt oft böse Überraschungen. Und zwar erst recht in Hessen, wie ein ADAC-Test zeigt.

14.07.2026

Das bundesweite Schlusslicht: der Rastplatz Stadtwald an der A3.Hannes P. Albert/dpa

Das bundesweite Schlusslicht: der Rastplatz Stadtwald an der A3.Hannes P. Albert/dpa

© Hannes P. Albert/dpa

Hessische Rastplätze haben in einem ADAC-Test besonders schlecht abgeschnitten. Der ADAC überprüfte nach eigenen Angaben bei einer Stichprobe bundesweit 50 unbewirtschaftete Rastplätze mit Sanitäranlagen. Das Ergebnis: Viele sind in schlechtem Zustand - und hessische Anlagen bildeten das Schlusslicht, wie der ADAC mitteilt.

Teilweise hätten sie schlechter abgeschnitten als bei der letzten Stichprobe vor vier Jahren. Es mangele massiv an Sauberkeit: „WC-Häuschen sind entweder verdreckt oder gleich ganz geschlossen, zudem fehlt es an Lärmschutz, behindertengerechter Ausstattung und Parkplätzen für Gespanne.“

Gesamtzustand: stark verdreckt

Bundesweites Schlusslicht sei die Rastanlage „Am Stadtwald“ an der hochbelasteten Autobahn A3 im Frankfurter Raum. „Wer hier auf Toilette möchte, muss weiterfahren oder gleich die Botanik aufsuchen. Bereits vor vier Jahren war das WC-Häuschen geschlossen, mittlerweile gibt es dort nicht mal mehr mobile Toiletten“, teilt der ADAC mit. Der Gesamtzustand sei stark verdreckt, Mülltonnen seien je nach Wochentag übergequollen. Ende Juni sei benutztes Spritzbesteck auf dem Gehweg gefunden worden.

An den anderen Anlagen in Hessen sehe es kaum besser aus, urteilt der ADAC: 

  • Der Verkehrsclub führt die Anlage „Nadelöhr“ an der A4 Bad Hersfeld-Eisenach auf, die bundesweit auf Platz 48 von 50 landete. Hier seien die Grünflächen verschmutzt, die Behinderten-Toilette sei ohne Ankündigung auf der Autobahn gesperrt.
  • Die Raststätte „Brühlgraben“ an der A5 Frankfurt-Darmstadt belegte Platz 46 von 50. Auf der Herren-Toilette beanstandet der ADAC erkennbare Sauberkeitsmängel, es gebe keine Behindertenparkplätze, die Grünflächen seien verschmutzt. Aktuell sei der Rastplatz gesperrt.
  • Die Raststätte „Am Pommer“ an der A7 Kassel-Fulda rangiert in der Bewertung auf Platz 44 von 50, unter anderem wegen erkennbarer Sauberkeitsmängel in den Unisex-Toiletten und einer schlechten Beleuchtung dort.

„Das Grundbedürfnis nach sauberen und funktionierenden Rastplätzen mit WC wird an den getesteten Anlagen kaum erfüllt“, sagt ADAC-Verkehrsexperte Wolfgang Herda. Die Autobahn GmbH müsse als Betreiber die Rastplätze stärker ins Visier nehmen - entweder durch Modernisierung oder eine Erhöhung der Reinigungsintervalle, fordert Herda.

Autobahn GmbH testet neuen Reinigungszyklus

Die Autobahn GmbH nehme die ADAC-Ergebnisse ernst, teilte sie auf Anfrage mit. Die WC-Anlagen werden demnach zweimal täglich gereinigt und die Mülleimer dreimal pro Woche geleert. In Hessen, Thüringen und Sachsen-Anhalt werde aber gerade ein neuer Takt mit bis zu fünf Reinigungen pro Tag getestet. „Dies wird zu spürbaren Verbesserungen gegenüber der gegenwärtigen Situation führen“, hieß es. Die Sauberkeit hänge aber auch vom Verhalten der Nutzerinnen und Nutzer ab.

Die beiden Rastanlagen „Am Stadtwald“ und „Brühlgraben“ seien aktuell geschlossen, weil sie defekt seien. Hier plant die Autobahn GmbH nach eigenen Angaben, zunächst Container als Ersatz aufzustellen. Für den Bau weiterer Anlagen habe sie außerdem standardisierte, modulare Gebäude mit einer „reinigungsfreundlichen Innenausstattung“ entwickelt.

Fast die Hälfte mangelhaft oder sehr mangelhaft

Bundesweit vergab der Verkehrsclub bei fast der Hälfte (46 Prozent) der 50 getesteten Anlagen die Note mangelhaft oder sehr mangelhaft, wie er mitteilte. Gut war nicht einmal jeder fünfte (18 Prozent), sehr gut kein einziger Rastplatz.

Vor allem die Toilettenanlagen zogen die Bewertung nach unten. Sie waren in fast zwei Drittel der Fälle mangelhaft oder sehr mangelhaft. Teilweise waren laut ADAC die Toiletten gesperrt oder kein Toilettenpapier vorhanden, oft fehlten Seifenspender, Handtrockner funktionierten nicht, und vielfach ließ die Sauberkeit zu wünschen übrig. Auch bundesweit bestehe eine klare Abwärtstendenz.

Bessere Noten in anderen Kategorien

Doch nicht überall schneiden die Anlagen schlecht ab: In der Kategorie Verkehr und Parken gibt es im Schnitt die Note gut. Die Außenanlagen erreichten laut ADAC ein „mittleres Niveau“. Eher schwach schnitten viele Rastplätze auch beim Thema persönliche Sicherheit ab. Und auf fast allen Rastplätzen (96 Prozent) fanden die Tester unterschiedliche Formen von Vandalismus.