Menschen hinter der Walrettung
Stundenlang im kalten Wasser, schwere Technik und viel Fachwissen: Am Timmendorfer Strand kämpften Menschen gemeinsam für das Leben eines gestrandeten Buckelwals.
Biologe Lehmann kümmerte sich stundenlang im kalten Wasser um den Wal.Daniel Bockwoldt/dpa
© Daniel Bockwoldt/dpa
Einen gestrandeten Wal zu retten, ist eine Herausforderung - und nicht immer geht es gut aus. Rund um den Timmendorfer Strand haben sich tagelang zahlreiche Menschen um einen Buckelwal bemüht, der auf einer Sandbank kurz vor der Einfahrt zum kleinen Hafen festsaß. Eine kleine Auswahl der Beteiligten:
Robert Marc Lehmann
Der Biologe, Taucher und Tierfilmer Robert Marc Lehmann stand stundenlang im kalten Wasser der Ostsee und beruhigte den Buckelwal, während Helfer sich mit Baggern durch die Sandbank arbeiteten, um dem Tier eine Rinne zum tieferen Wasser zu graben. Lehmann sagte, er habe den Willen des Wals gespürt, sich zu befreien, und er habe das Tier motiviert und angefeuert. „Mittlerweile vertraut mir der Wal“, sagte Lehmann. „Der wird ganz ruhig, wenn man die Hand auflegt.“
Lars Hoppe
Ein Bagger, wie Lars Hoppe ihn zur Verfügung stellen konnte, ist ein echter Exot. Er kann ins flache Wasser fahren und - wenn es tiefer wird - aufschwimmen. Er stützt sich auf dem Grund des bis zu 1,2 Meter tiefen Wassers ab und schaufelt sich durch den Ostseegrund. Neu war allerdings auch für ihn die Arbeit direkt an einem lebenden Tier. „Das ist eine Herausforderung, die wir in dieser Form auch noch nicht hatten.“ Ein gewisser Druck sei vorhanden, sagte Hoppe. „Wir sind relativ gelassen und müssen das ruhig angehen.“
Stephanie Groß
Die Walexpertin Stephanie Groß von Institut für terrestrische und aquatische Wildtierforschung in Büsum steht nach der zumindest vorerst gelungenen Rettungsaktion am Strand und gibt ein Interview nach dem anderen. Ihre Expertise ist gefragt, wenn es darum geht zu erklären, wie es um den Gesundheitszustand des Buckelwals steht, warum er in die Ostsee geschwommen ist und wie er zurück in die Nordsee und den Atlantik gelangen kann.
Sven Partheil-Böhnke
Für den Bürgermeister des Urlaubsorts Timmendorfer Strand, Sven Partheil-Böhnke, ist es eine Selbstverständlichkeit, die Rettungsbemühungen vom Strand aus zu verfolgen und Hilfe anzubieten, wo die Verwaltung der 8.000-Einwohner-Gemeinde helfen kann. Die Kosten der Rettungsaktion schätzt der Bürgermeister auf mindestens 40.000 Euro. Wer die Rechnung am Ende zahlt, ist noch nicht ganz klar. Das Land werde sich beteiligen, hofft Partheil-Böhnke. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU), der sich am Donnerstag am Einsatzort einen Eindruck verschaffte, sagte jedenfalls Hilfe zu. So wollte das Land zwei Schiffe stellen, um den Wal auf dem Weg aus der Ostsee zu begleiten.
Walexpertin Stephanie Groß begleitet die Rettungsaktion.Jens Büttner/dpa
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Der örtliche Bürgermeister Partheil-Böhnke unterstützt die Rettungsbemühungen.Marcus Brandt/dpa
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Für die außergewöhnliche Rettungsaktion wurde besonderes Gerät gebraucht, das Lars Hoppe bereitstellen konnte.Daniel Bockwoldt/dpa
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