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Bündnis: Stolpersteine zur Erinnerung gehören ins Stadtbild

Keine Stolpersteine mehr im sächsischen Heidenau: Die Empörung ist groß. Kritik kommt auch aus Brandenburg, wo immer mehr Steine zur Erinnerung an Holocaust-Opfer verlegt werden.

26.09.2026

Stolpersteine sind inzwischen in vielen Städten Brandenburgs verlegt und erinnern an die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus. (Archivbild) Patrick Pleul/dpa

Stolpersteine sind inzwischen in vielen Städten Brandenburgs verlegt und erinnern an die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus. (Archivbild) Patrick Pleul/dpa

© Patrick Pleul/dpa

Eine Verbannung von Stolpersteinen zur Erinnerung an Opfer des Nationalsozialismus aus dem Stadtbild ist aus Sicht des Aktionsbündnisses Brandenburg der falsche Weg. Im sächsischen Heidenau sollen auf Antrag von CDU und AfD keine Stolpersteine mehr verlegt werden.

Bündnis: Erinnerung muss in Stadt sichtbar sein

Die Erinnerung müsse im Stadtbild sichtbar bleiben, sagte Maica Vierkant vom Aktionsbündnis gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Rassismus der Deutschen Presse-Agentur. Sie leitet die Geschäftsstelle. „Das gehört in den Alltag und in den öffentlichen Raum, wo die Menschen leben.“ Das Gedenken solle nicht auf Friedhöfe verbannt werden, so Vierkant. Diskussionen um die Formen der Erinnerung gebe es aber seit langem. 

Empörung über Entscheidung in Sachsen 

Das Stolperstein-Verbot in der sächsischen Kleinstadt Heidenau löste bundesweit Empörung aus. Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) sprach von einem „Skandal.“ Wer Erinnerungsorte jüdischen Lebens auf Friedhöfe verdrängen wolle, mache Jüdinnen und Juden „noch einmal unsichtbar“, sagte sie. 

Ein entsprechender Antrag von Stadträten von AfD und CDU wurde am Donnerstagabend in Heidenau bei Dresden mehrheitlich beschlossen. Viele Bürger, Angehörige und Initiativen empfänden diese Form der Erinnerung an Opfer des Nationalsozialismus als nicht angemessen, hieß es in dem Antrag. Stattdessen solle das Gedenken vorzugsweise auf dem Nordfriedhof der Stadt stattfinden, so „dass ein direktes Betreten der Gedenkelemente ausgeschlossen ist“.

Rund 1.500 Stolpersteine in Brandenburg verlegt 

In Brandenburg gibt es laut Bündnis fast 1.500 Stolpersteine. „Es ist eine Form des Gedenkens, die positiv aufgenommen wird“, sagte Vierkant. 

Die kleinen Steine werden am letzten bekannten Wohn- oder Wirkungsort von Opfern des Nationalsozialismus verlegt. Deren Namen und Lebensdaten stehen auf der Oberseite.

Jedes Jahr würden durchschnittlich um die 80 solcher Steine in Brandenburg dazukommen, schätzte Vierkant. Zum ersten Mal seien Stolpersteine im November 2003 in Neuruppin verlegt worden.

Steine gestohlen

Allerdings kam es auch zu Beschädigungen und dem Diebstahl von Steinen. Im August wurden in Spremberg und Forst in der Lausitz mehrere Messingplatten im Boden gewaltsam entfernt. Der für politisch motivierte Straftaten zuständige Staatsschutz ermittelte.