Brückenmängel bremsen Millionenprojekt in Pirna
Die Ortsumgehung Pirna als Dauerbaustelle: Die Kosten haben sich erhöht, die Fertigstellung verzögert sich bereits um Jahre. Nun werfen auch noch Baumängel das teure Straßenbauprojekt zurück.
Die Ortsumgehung Pirna bleibt länger als geplant eine Baustelle.Robert Michael/dpa
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Die Eröffnung der Ortsumgehung in Pirna – ein millionenschweres Großprojekt – verzögert sich weiter. An der Gottleubatalbrücke, einem Teil der neuen Strecke, seien Mängel festgestellt worden, teilte die Bundesregierung in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage im Bundestag mit. Die Schäden seien auf einen Ausführungsfehler beim Betonieren zurückzuführen.
Betroffen sind die sogenannten Vouten, die verbreiterten Bauteile am Übergang zwischen Brückenpfeilern und Fahrbahnträger, die für die Tragfähigkeit der Konstruktion wichtig sind. Die Kosten für die Beseitigung der Mängel tragen laut Bundesregierung die am Bau beteiligten Unternehmen.
Eine Sanierung noch in diesem Herbst und Winter sei witterungsbedingt schwierig, teilte ein Sprecher der Deutschen Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (Deges) mit, die das Bauvorhaben im Auftrag des Bundes betreut. Die Arbeiten erfolgen deshalb voraussichtlich im kommenden Jahr. Die Inbetriebnahme der Umgehungsstraße verschiebe sich damit vorerst auf 2027. Zunächst hatte die „Bild“ darüber berichtet.
Kosten deutlich gestiegen
Das gesamte Bauvorhaben steht bereits wegen erheblicher Kostensteigerungen in der Kritik. Während die Kostenschätzung 2017 noch bei 96,6 Millionen Euro lag, belief sich die Kostenberechnung 2025 laut Bundesregierung auf 288,4 Millionen Euro. Als Gründe nennt sie unter anderem Schwierigkeiten bei der Bauausführung, Änderungen und Erweiterungen der Leistungen sowie allgemeine Baupreissteigerungen.
Auch der Fertigstellungstermin wurde mehrfach verschoben. Ursprünglich sollte die Ortsumgehung bereits 2022 fertig sein, teilte die Bundesregierung mit. Wegen der geologischen Verhältnisse im Bereich des Kohlbergtunnels wurde der Termin zunächst auf 2023 verlegt. Anpassungen an der Ausführungsplanung der Gottleubatalbrücke machten anschließend eine weitere Verschiebung auf 2026 erforderlich. Nun wird die Fertigstellung für 2027 angestrebt.
Die 916 Meter lange Gottleubatalbrücke überspannt das Tal in Pirna in bis zu 70 Metern Höhe. Sie liegt zwischen dem westlich gelegenen Kohlberg und dem bewaldeten östlichen Talhang. Die Ortsumgehung soll Pirna vom Durchgangsverkehr entlasten. Zum Bauvorhaben gehört neben der Gottleubatalbrücke auch der Kohlbergtunnel.
Bei Vouten handelt es sich um verbreiterte Bauteile am Übergang zwischen Brückenpfeilern und dem Fahrbahnträger.Robert Michael/dpa
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Die Ortsumgehung sollte ursprünglich bereits 2022 fertiggestellt werden.Robert Michael/dpa
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