Brennendes Unfallopfer gefilmt - Verdächtiger ermittelt
Ein Gaffer filmt die Rettung eines Schwerverletzten auf der Autobahn 6. Die verstörende Szene kursiert später in den sozialen Medien. So kam die Polizei dem Mann auf die Spur.
Ersthelfer retteten damals einen Schwerverletzten aus einem brennenden Auto. Jemand aus dem Gegenverkehr filmte die Szene. (Archivbild)Jason Tschepljakow/dpa
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Ein Lkw-Fahrer soll das Gaffer-Video von der Rettung eines brennenden Verletzten nahe Nürnberg angefertigt haben, das Anfang des Jahres für Empörung gesorgt hat. „Die Person ist identifiziert“, sagte Markus Fries von der Verkehrsinspektion in Feucht. Bei dem Verdächtigen handele es sich um einen Lkw-Fahrer aus Südeuropa.
Bei dem Unfall zwischen einem Lastwagen und zwei Autos Mitte Januar auf spiegelglatter Fahrbahn bei Feucht (Landkreis Nürnberger Land) war eine 54-Jährige gestorben. Ersthelfer retteten damals einen Schwerverletzten aus einem brennenden Auto und löschten diesen. Diese Szene filmte damals jemand aus dem Gegenverkehr und teilte das Video in den sozialen Medien.
Polizei hat Ermittlungen abgeschlossen
Nach einem Bericht der „Nürnberger Nachrichten“ konnte die Polizei mit kriminaltechnischen Methoden und Aufnahmen von zwei Kamerateams sowie Zeugen den Lastwagen und dessen Kennzeichen ermitteln, aus dem das Video aufgenommen worden sein soll.
Über die Spedition habe man die Identität des Fahrers feststellen können, erläuterte Fries. Die polizeilichen Ermittlungen seien nun abgeschlossen und das Verfahren an die Staatsanwaltschaft abgegeben worden. Die Ermittler werfen dem Verdächtigen vor, gegen Paragraf 201a Strafgesetzbuch verstoßen zu haben, weil er eine Person in hilfloser Lage gefilmt haben soll.
Die Polizei habe damals die sozialen Medien informiert, auf deren Portalen das Video hochgeladen worden sei, damit diese es löschen, sagte Fries. „Dem sind die auch sofort nachgekommen.“