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Brand im Hohen Venn: Monschau bereitet Evakuierungen vor

Monschau bereitet sich auf die mögliche Evakuierung wegen eines Waldbrandes auf belgischer Seite vor. Die deutsche Stadt in Grenznähe plant Notunterkünfte. Im Hürtgenwald entspannt sich die Lage.

15.08.2026

Das Feuer ist in Belgien an der Grenze zu Deutschland ausgebrochen.Nicolas Lambert//dpa

Das Feuer ist in Belgien an der Grenze zu Deutschland ausgebrochen.Nicolas Lambert//dpa

© Nicolas Lambert//dpa

Vorsichtiges Aufatmen beim Großbrand in Hürtgenwald in der Eifel - und zugleich neue Sorgen im nur rund 20 Kilometer entfernten Monschau: Die grenznahe nordrhein-westfälische Stadt hat am Samstagabend wegen eines weiteren Waldbrandes im nahegelegenen Hohen Venn in Belgien Bewohner mehrerer Siedlungen aufgefordert, sich auf eine mögliche Evakuierung vorzubereiten. 

Betroffen seien die Menschen in Ruitzhof, Leyloch, Vennhof, Haus Sonnentau, Plattevenn und Geisberg, teilte die Stadt auf Facebook und Instagram mit. 

Wenn möglich, sollten Anwohner bei Verwandten oder Freunden unterkommen. Die Einrichtung von Notunterkünften werde vorbereitet, hieß es. Es handele sich zunächst um eine vorbeugende Maßnahme. Auf belgischer Seite sei am Samstag die Evakuierung der Ortschaften Küchelscheid und Leykaul eingeleitet worden.

Es brennt auf 2.000 Hektar

Der in Belgien an der Grenze zu Deutschland wütende Waldbrand hat mittlerweile etwa eine Fläche von 2.000 Hektar erfasst. Das berichtet die Nachrichtenagentur Belga nach Informationen der regionalen Regierung. Zum Vergleich: Im Hürtgenwald sind nach Angaben des Kreises Düren etwa 300 Hektar Wald von dem Brand betroffen.

Ein großer Waldbrand im Hohen Venn könnte auch auf Nordrhein-Westfalen übergreifen.Thomas Banneyer/dpa

Ein großer Waldbrand im Hohen Venn könnte auch auf Nordrhein-Westfalen übergreifen.Thomas Banneyer/dpa

© Thomas Banneyer/dpa

Das Feuer sei „der größte Brand, den Belgien je erlebt hat“, zitiert unter anderem der öffentlich-rechtliche Sender RTBF lokale Politiker. Zuvor hatte Belgien am Samstag andere Länder der Europäischen Union um Unterstützung gebeten. Nach Angaben örtlicher Behörden sind auch deutsche Feuerwehrleute vor Ort. Weitere Hubschrauber und Flugzeuge aus der Tschechischen Republik, Schweden und den Niederlanden wurden mobilisiert, schrieb die EU-Kommissarin für Krisenmanagement, Hadja Lahbib, auf der Plattform X.

Etwa 600 Menschen in zwei belgischen Orten wurden laut Belga angewiesen, ihre Häuser zu verlassen - wegen des sich rasch ausbreitenden Brandes, wechselnder Windrichtungen und starker Rauchentwicklung. Das Feuer war am Freitagnachmittag ausgebrochen. 

Hoffnung im Hürtgenwald

Beim Brand im Hürtgenwald bezeichnete der Kreis Düren die Situation als „statisch“. Die Einsatzkräfte seien „verhalten optimistisch“, hieß es in einer Mitteilung. Bis zu 1.800 Kräfte hätten zusammengearbeitet. Der Einsatz von Lösch-Hubschraubern wurde am frühen Abend gestoppt, weil er nicht mehr notwendig sei. 

Die Hubschrauber wurden am Abend abgezogen: Im Hürtgenwald hat sich die Lage entspannt. Christian Knieps/dpa

Die Hubschrauber wurden am Abend abgezogen: Im Hürtgenwald hat sich die Lage entspannt. Christian Knieps/dpa

© Christian Knieps/dpa

Allerdings gingen die Löscharbeiten weiter, betonte ein Kreissprecher. Es sei auch noch offen, wann die rund 1.800 Menschen aus dem evakuierten Hürtgenwalder Ortsteil Gey wieder in ihre Wohnungen zurückkehren könnten.

Kirmes in Rheinland-Pfalz wegen Rauch unterbrochen

Folgen der Brände waren auch im benachbarten Rheinland-Pfalz zu spüren: Das Polizeipräsidium Trier teilte mit, aufgrund der Brände in Belgien und Nordrhein-Westfalen in Verbindung mit dem aktuellen Wind und Wetterbedingungen breiteten sich die Rauchwolken seit dem Nachmittag in der Region aus, insbesondere in der Eifel und an der Mosel. An vielen Orten sei deutlicher Brandgeruch wahrzunehmen, teilweise liege Asche in der Luft. 

„Es sind derzeit keine Flächen- oder Waldbrände im Dienstgebiet des Polizeipräsidiums bekannt und es droht derzeit keine Gefahr durch diese Brände“, hieß es allerdings weiter. 

Die starke Rauchentwicklung ist auch in Rheinland-Pfalz zu sehen. Kevin Schößler/dpa

Die starke Rauchentwicklung ist auch in Rheinland-Pfalz zu sehen. Kevin Schößler/dpa

© Kevin Schößler/dpa

Wegen des Rauchs wurde zudem am Samstag eine Kirmes in Wittlich im Landkreis Bernkastel-Wittlich in Rheinland-Pfalz unterbrochen, wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Trier mitteilte. Die Verantwortlichen halten demnach die Entwicklung der Lage kontinuierlich im Blick. Bei der am Freitag gestarteten Säubrennerkrimes handelt es sich um eines der größten Feste in der Region.

 „Bitte schließen Sie Fenster“

Laut einer von der Polizei verbreiteten Mitteilung der Kreisverwaltung kommt es im gesamten Kreisgebiet Bernkastel-Wittlich zu einer starken Rauchentwicklung durch den Brand in Belgien. Es komme zu Sichtbehinderungen und Geruchsbelästigungen durch Brandgase. „Bitte schließen Sie Fenster, Türen, und schalten sie Lüftungs- und Klimageräte aus“, hieß es.

Der Rauch sei auch in Trier angekommen, sagte der Polizeisprecher. Es rieche nach Brand und sei diesig.