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Bibliothekspreis geht nach Hoyerswerda

Was macht die Stadtbibliothek Hoyerswerda zum bundesweiten Vorbild? Die Jury lobt ihre Arbeit als Modell für innovative und partizipative Bibliotheksangebote.

27.07.2026

Die Jury lobte das strategische Konzept der Brigitte-Reimann-Stadtbibliothek in Hoyerswerda. (Archivbild)Daniel Schäfer/dpa-Zentralbild/dpa

Die Jury lobte das strategische Konzept der Brigitte-Reimann-Stadtbibliothek in Hoyerswerda. (Archivbild)Daniel Schäfer/dpa-Zentralbild/dpa

© Daniel Schäfer/dpa-Zentralbild/dpa

Die Brigitte-Reimann-Stadtbibliothek in Hoyerswerda ist mit einem bundesweiten Preis ausgezeichnet worden. Mit der Auszeichnung als „Bibliothek des Jahres in kleinen Kommunen und Regionen“ würdigte die Jury ihr strategisches Konzept, das sich an vier Handlungsfeldern orientiert: Demokratie, Bildung, Nachhaltigkeit und Partizipation, wie der Deutsche Bibliotheksverband (DBV) mitteilte. Der mit 7.000 Euro dotierte Preis wird seit 2020 vergeben.

Modell zukunftsorientierter Bibliotheksarbeit in Hoyerswerda

„In einer Zeit, in der das Vertrauen in Politik und demokratische Strukturen getrübt ist, verbindet die Stadtbibliothek Hoyerswerda Bildung, Kultur und gesellschaftliche Teilhabe auf herausragende Weise und macht Demokratie im Alltag konkret erlebbar“, sagte Antje Theise, Bundesvorsitzende des dbv und Jurymitglied, laut Mitteilung. „Mit ihrer strategisch verankerten Demokratiearbeit, ihrer konsequent partizipativen Ausrichtung und ihrer außergewöhnlichen Vernetzung schafft sie ein bundesweit beachtenswertes und übertragbares Modell zukunftsorientierter Bibliotheksarbeit.“

In Hoyerswerda ist die Freude über den Preis groß. Bibliotheksleiterin Maja Kos sieht in der Auszeichnung eine Anerkennung für die Arbeit der letzten Jahre. „Wir haben unsere Bibliothek wirklich bewusst entwickelt in einen offenen Ort, wo jeder willkommen ist, wo die Menschen eigene Ideen umsetzen können“, sagte sie auf Anfrage. Die Auszeichnung zeige, welch große Bedeutung und welchen großen Einfluss Bibliotheken gerade in kleineren Kommunen hätten. Sie hoffe, dass die Anerkennung auch zeige, wie wichtig eine langfristige Planungssicherheit und Finanzierung seien, fügte Kos hinzu. „Denn damit kämpfen viele Bibliotheken in kleineren Kommunen.“

Sie hat bereits Ideen, in welche Projekte das Preisgeld fließen könnte. Eine Option wäre eine „Open Library“ mit flexibleren Öffnungszeiten für die Besucher - beispielsweise auch am Wochenende. Möglich wären auch Renovierungsarbeiten in den Räumen der Bibliothek.

Hauptpreis „Bibliothek des Jahres“ geht nach Köln

Der DBV zeichnet einmal im Jahr innovative und zukunftsweisende Bibliotheken aus. Über die Preisträger entscheidet eine Jury mit Vertretern des Verbandes, des Bundesbildungsministeriums, der Kultusministerkonferenz, des Deutschen Städtetages sowie des Dachverbandes Bibliothek & Information Deutschland.

Der Hauptpreis „Bibliothek des Jahres“ geht nach Köln an das ZB MED - Informationszentrum Lebenswissenschaften. Die Auszeichnung ist mit 20.000 Euro dotiert und würdigt Bibliotheken aller Sparten und Größen. Insgesamt 87 Bibliotheken hatten sich in diesem Jahr für die beiden Preise beworben.