Berlin plant nach Hackerangriff Anlaufstelle für Bürger
Nach dem massiven Hackerangriff in Berlin sucht der Senat nach Lösungen, um verunsicherten Menschen zu helfen. Das ist geplant.
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU, l) und Digitalstaatssekretär Florian Hauer informierten auf einer Pressekonferenz über die Aufarbeitung des Hackerangriffs auf Teile der Verwaltung.Sebastian Christoph Gollnow/dpa
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Nach dem folgenschweren Hackerangriff auf Teile der Berliner Verwaltung plant der Senat eine Art Anlaufstelle für womöglich betroffene Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen. Das kündigte der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) nach einer Senatssitzung an.
Nach Angaben von Digitalstaatssekretär Florian Hauer geht es um Hilfe für Menschen, die glauben, dass Daten von ihnen abgeflossen sein könnten. Details der Anlaufstelle sind noch offen, geplant ist zunächst ein zentraler E-Mail-Kontakt. Denkbar sei auch eine Telefon-Hotline. Ziel sei es, das so schnell wie möglich anzubieten.
Schwere Cyberattacke
Der Hackerangriff auf Teile des Datennetzes der Berliner Verwaltung war am 14. August bekanntgeworden. Betroffen waren die beiden Senatsverwaltungen für Bauen und für Verkehr. Die Hacker-Gruppe Rhysida erpresste das Land und forderte 30 Bitcoin, umgerechnet rund zwei Millionen Euro. Der Senat zahlte nicht, die Cyberkriminellen veröffentlichten mindestens 1,2 Millionen Datensätze nach Ablauf ihres Ultimatums.
Hauer zufolge gibt es im Moment keine Hinweise, dass das Landesnetz noch infiltriert sei. Allerdings werde es noch lange dauern, die von den Kriminellen heruntergeladenen Daten zu analysieren und das Netz mit Hilfe forensischer Software zu überprüfen.
Langwieriges Verfahren
Nicht auszuschließen ist laut Hauer, dass bei der Cyberattacke auch Daten von Berlinern und von Unternehmen abgeflossen sind, die mit beiden Senatsverwaltungen in Kontakt standen - etwa, um eine Baugenehmigung zu beantragen. Der Prozess, diese zu identifizieren und zu informieren, um ihnen Hilfestellung zu geben, sei wegen der enormen Datenmengen sehr schwierig und könne Wochen dauern.
Bei der geplanten Anlaufstelle gehe es unter anderem darum, besorgten Menschen allgemeine Hinweise zu geben, was sie tun könnten und worauf sie achten müssten. Man wolle ihnen auch Kriterien an die Hand geben, ob sie betroffen sein könnten. Eine externe Rechtsanwaltskanzlei und die Datenschutzbeauftragte des Landes unterstützen dabei beratend.