„Behörden-Ping-Pong“ – Streit um russische Luxusjacht
Die Mega-Jacht „Dilbar“ blockiert seit vier Jahren die Bremer Lürssen-Werft und niemand fühlt sich verantwortlich. Erneut landet der Fall vor Gericht – mit ungewissem Ausgang.
Der Streit vor Gericht um die Luxusjacht geht weiter. (Archivbild)Sina Schuldt/dpa
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Die russische Luxusjacht „Dilbar“ wird noch länger bei der Bremer Lürssen-Werft liegen. Der Rechtsstreit um das festgesetzte Schiff geht weiter, wie eine Sprecherin des Hessischen Verwaltungsgerichtshof auf Anfrage bestätigte. Wann sich das Gericht mit dem Fall auseinandersetzt, ist noch unklar. Zuvor hatten der „Weser-Kurier“ und andere Medien berichtet.
Warum die Luxusjacht in Bremen feststeckt
Seit vier Jahren bleibt die Werft auf der Jacht sitzen. Das Schiff war gerade zur Inspektion bei Lürssen, als die Europäische Union 2022 Sanktionen gegen Moskau als Folge des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine verhängte. Das Schiff darf seitdem nicht mehr bewegt werden.
Die Jacht liegt auf dem Gelände der Lürssen-Werft. (Archivbild)Jörn Hüneke/TNN/dpa
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Das knapp 160 Meter lange Schiff mit überdimensionalem Pool braucht nicht nur viel Platz, sondern muss auch regelmäßig gewartet und überprüft werden. „Das bindet dauerhaft Personal und Kapazität“, kritisiert ein Sprecher der Werft. Die Kosten dürften inzwischen enorm sein. Zur Summe äußert sich Lürssen nicht. Nur so viel: „Für ein familiengeführtes, mittelständisches Unternehmen ist dieser Zustand untragbar.“ Das Schiff zählt mit einem Schätzwert von mehr als 500 Millionen Euro zu den teuersten Jachten der Welt.
Juristisches Tauziehen geht weiter
Die Werft versucht seit Jahren zu klären, wer nun für das Schiff zuständig ist. Wem die Jacht gehört, ist nicht bekannt. Die Behörden fühlten sich nicht verantwortlich, kritisiert ein Unternehmenssprecher. „Wir sind einem Behörden-Ping-Pong ausgesetzt, das seinesgleichen sucht.“
So streitet die Werft weiter mit dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) vor Gericht. Zuletzt hatte das Verwaltungsgericht Frankfurt entschieden, dass Lürssen nicht verpflichtet sei, die Mega-Jacht auf eigene Kosten einzulagern. Es sei nicht zu klären, wem die „Dilbar“ gehöre und ob die Eigentümer tatsächlich auf der Sanktionsliste der Europäischen Union stehen.
Doch das Bundesamt will das nicht so stehen lassen und legte Berufung ein, wie die Sprecherin des Hessischen Verwaltungsgerichtshofs jetzt mitteilte. Damit geht der juristische Streit erst einmal weiter – und die Luxusjacht liegt für unbestimmte Zeit im Dock der Bremer Werft.