Geschichtenerzähler Baum: „Happy End“ gegen Heidenheim?
Nur nicht unterschätzen. Der FC Augsburg empfängt den Tabellenletzten aus Heidenheim. Eine knifflige Geschichte. Trainer Manuel Baum hat einen Wunsch für den Abspann.
Manuel Baum: „Am Schluss wäre ein Happy End ganz cool.“ (Archivbild)Harry Langer/dpa
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Eine Überschrift für das so eminent wichtige Kellerduell gegen Bundesliga-Schlusslicht 1. FC Heidenheim hat sich der Augsburger Trainer Manuel Baum in seiner persönlichen Geschichtenerzählung noch nicht überlegt. „Ich suche mir noch einen Titel vielleicht aus einem Film heraus“, meinte Baum lächelnd vor dem Heimspiel am Sonntag (15.30 Uhr/DAZN). Eines steht für den Interimscoach aber fest: „Am Schluss wäre ein Happy End ganz cool.“
Baum überlegt sich in seiner auf einen Spieltag hinführenden Trainingswoche, welche Inhalte, welche Schwerpunkte er mit seinem FC Augsburg setzen will und setzen muss. Dazu gehört es auch, die Handlungen in Geschichten zu übersetzen. So verriet Baum vor dem 22. Spieltag quasi Kapitelüberschriften. „Wir brauchen Klarheit, wir müssen mutig bleiben, nicht übermütig. In manchen Situationen brauchen wir mehr Seniorität“, sagte Baum.
Warnung vor Heidenheim
Vom 0:2 vor einer Woche beim FSV Mainz 05 blieb in erster Linie der Ärger über den Video-Assistenten hängen, als sich Baum nach dem Abpfiff in Rage redete. Der Auslöser: ein äußerst fragwürdiger Elfmeter. Mit vergangenen Geschichten hält sich Baum aber nicht lange auf. „Den Schiedsrichter habe ich in dieser Woche nicht einmal thematisiert“, meinte der frühere Torwart.
Im Hinspiel unterlag der FC Augsburg knapp mit 1:2. (Archivbild)Harry Langer/dpa
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Sein Blick richtete sich auf Heidenheim. Bei der Mannschaft seines Trainerkollegen Frank Schmidt sei es „immer knapp, es kann schon mal anders ausgehen“, bemerkte Baum und meinte damit etwa das 2:3 des FCH vor knapp zwei Wochen gegen Borussia Dortmund. Die Heidenheimer führten sogar mit 2:1 in Dortmund, ehe Serhou Guirassy doppelt für den BVB traf.
Baum schwebt der Abspann schon vor
Die Augsburger, die keine Personalprobleme haben, sind also gewarnt. In der Hinrunde unterlagen sie noch mit 1:2 in Heidenheim. Doch Schmidts Team ist mittlerweile seit acht Spielen ohne Sieg und holte in dieser Phase nur zwei Punkte. Der Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz beträgt bereits sechs Zähler. Für Heidenheim ist Augsburg gefühlt die letzte Chance: Mit maximal 13 Zählern nach 22 Spieltagen ist seit Einführung der Drei-Punkte-Regel noch jeder Verein abgestiegen.
In den Kellersog wollen die Augsburger nicht mehr heruntergezogen werden. Von Druck will Baum auch bei seiner Mannschaft nicht reden, er mag lieber Begriffe wie Anspannung und Spannung.
„Das hört sich für mich besser an. Das ist wie bei einem Muskel, der kann auch nur Leistung bringen, wenn man angespannt ist. Deswegen müssen wir die richtige Anspannung-Spannung erzeugen“, erläuterte Baum, der Heidenheim gerne als Erfolgsgeschichte gestalten will: „Am Ende des Tages soll bei dieser Story, wenn man den Abspann liest, rauskommen: drei Punkte für uns.“