dpa

Bauernverband: Biogasbranche vor tiefgreifendem Umbruch

Biogasanlagen gehören für viele Bauern zum Geschäftsmodell. Sie „füttern“ die Anlagen unter anderem mit Silomais und Gülle aus der Tierhaltung. Bei vielen läuft bald die Förderperiode aus.

26.07.2026

Der Bauernverband sieht die Biogasbranche vor einem Umbruch. (Archivbild)Marijan Murat/dpa

Der Bauernverband sieht die Biogasbranche vor einem Umbruch. (Archivbild)Marijan Murat/dpa

© Marijan Murat/dpa

Der Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern hat angesichts auslaufender Förderfristen verlässliche Rahmenbedingungen für die Betreiber von Biogasanlagen gefordert. Das Gros der 546 Biogasanlagen in MV sei zwischen 2006 und 2012 entstanden. Bei mehr als der Hälfte der Anlagen laufe damit in den kommenden fünf Jahren die auf 20 Jahre befristete Förderung durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) aus. Die ersten Entscheidungen über den Weiterbetrieb würden bereits ab Ende 2026 anstehen, so der Verband.

„Biogas ist weit mehr als ein Stromlieferant. Für viele landwirtschaftliche Betriebe ist die Anlage ein wichtiges wirtschaftliches Standbein. Sie verwertet Energiepflanzen, Gülle und andere Reststoffe, liefert verlässlich Strom und Wärme und springt genau dann ein, wenn Wind und Sonne nicht ausreichend Energie liefern. Damit das auch künftig möglich ist, brauchen die Betriebe endlich verlässliche politische Rahmenbedingungen“, sagte Bauernpräsident Karsten Trunk der Deutschen Presse-Agentur.

Der Bauernpräsident fordert verlässliche Rahmenbedingungen für Biogasanlagenbetreiber. (Archivbild)Helmut Reuter/dpa

Der Bauernpräsident fordert verlässliche Rahmenbedingungen für Biogasanlagenbetreiber. (Archivbild)Helmut Reuter/dpa

© Helmut Reuter/dpa

Besonders kritisch bewertet der Bauernverband die vorgesehenen Regelungen für die Anschlussvergütung nach Auslaufen der EEG-Förderung. Künftig solle nur noch die Einspeisung von Biogasstrom für maximal 3.000 Stunden im Jahr vergütet werden - überwiegend in Zeiten, in denen Wind- und Solarenergie nur begrenzt zur Verfügung stehen. Damit würden viele Betreiber nur noch einen Bruchteil ihrer bisherigen Erlöse erzielen.

Auch Mais wird als Substrat für Biogasanlagen genutzt. (Archivbild)Nicolas Armer/dpa

Auch Mais wird als Substrat für Biogasanlagen genutzt. (Archivbild)Nicolas Armer/dpa

© Nicolas Armer/dpa

Umweltschützer bewerten die Biogasanlagen anders, vor allem wenn Mais zur Energiegewinnung genutzt wird. Der Nabu Schleswig-Holstein forderte im vorigen Jahr, die Einspeisevergütung aller mit Mais und anderen Energiepflanzen gespeisten Biogasanlagen auslaufen zu lassen. 

Biogas aus „Energie-Mais“ sei energetisch wenig effizient und trage kaum zum Klimaschutz bei. Die Förderung über das EEG mit zwanzigjähriger Garantie auf hohe Einspeisevergütungen habe sich als energie- und umweltpolitischer Fehler erwiesen.

Für viele Biogasanlagen läuft die Förderungen in den kommenden fünf Jahren aus. (Symbolbild) Carsten Rehder/dpa

Für viele Biogasanlagen läuft die Förderungen in den kommenden fünf Jahren aus. (Symbolbild) Carsten Rehder/dpa

© Carsten Rehder/dpa