Bauernpräsident warnt vor Ende von Minijobs
Bei den Landwirten sind die Geschäftsaussichten gerade gedrückt. Vom Bauerntag im Südwesten sendet die Branche Forderungen an die Politik nach Berlin - vor allem mit Blick auf Kostenbelastungen.
Bauernpräsident Joachim Rukwied warnt vor einem Aus für Minijobs. Philipp von Ditfurth/dpa
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Bauernpräsident Joachim Rukwied warnt vor einer generellen Abschaffung von Minijobs in der deutschen Wirtschaft. „Diese Möglichkeit streichen zu wollen, das ist wirtschaftlicher Unsinn“, sagte er beim Deutschen Bauerntag in Freiburg. Dies treffe am Ende den Mittelstand, zu dem auch die Landwirtschaft gehöre. Minijobber in der Branche sind ihm zufolgw in der Regel Menschen, die einem sozialversicherungspflichtigen Job nachgehen - und Betrieben etwa in Erntespitzen helfen, weil sie gerne einen Mähdrescher fahren.
Das Aus für Minijobs mit einem Verdienst von bis zu 603 Euro im Monat ist Teil der Kommissionsvorschläge für eine Rentenreform der schwarz-roten Koalition.
Kritik an Kürzungen bei EU-Agrarmilliarden
Rukwied wandte sich scharf gegen Kürzungen „mit der Machete“ bei der künftigen EU-Agrarfinanzierung. Er forderte von der Bundesregierung eine Verlängerung des Ende Juni auslaufenden Tankrabatts für Diesel über die anstehende Erntezeit bis Ende November. „Jetzt beginnt die Zeit, wo wir den höchsten Spritverbrauch haben.“ Die Bauern bräuchten diese Entlastung.
Der Bauernpräsident verlangte erneut Ausnahmen beim gesetzlichen Mindestlohn für Saisonarbeitskräfte, für die ein Abschlag von 20 Prozent gelten solle. Um die Tierhaltung in Deutschland zu erhalten, brauche es unter anderem ein Sofortprogramm von 200 Millionen Euro für Sauenhalter.
Bio-Energie mit „riesigem Potenzial“
Der baden-württembergische Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) forderte generell eine stärkere Unterstützung für die Tierhaltung. „Wenn man Geld im Sondervermögen für alles Mögliche hat, dann muss es doch auch Geld dafür geben, dass die Tierhaltung in Deutschland dauerhaft eine Zukunft hat“, sagte der frühere Bundeslandwirtschaftsminister in einem Grußwort beim Bauerntag.
Rukwied warb für das „riesige Potenzial“ von Bio-Energie, das stärker genutzt werden solle. Er habe kein Verständnis dafür, dass Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) nur auf Energie auf Basis von Großkonzernen setze.
Minister Rainer erwartet
Zum Abschluss des Bauerntags wird Bundesagrarminister Alois Rainer (CSU) an diesem Donnerstag in Freiburg erwartet. Die Versammlung des Deutschen Bauernverbands findet inmitten einer Preiskrise für viele Agrarprodukte statt. Rukwied wies zugleich auf hohe Kosten für Energie und Düngemittel hin. Dies bedeute aktuell für viele Betriebe rote Zahlen. „Es rechnet sich nicht mehr.“
Den Bauern machen gesunkene Preise und hohe Kosten zu schaffen. (Archivbild)Philipp von Ditfurth/dpa
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