„Das war wirklich auf Messers Schneide“
Mit schwarzem Rauch im Rücken saß eine Person im 11. Stock schon auf dem Fensterbrett. Ein Bewohner filmte den Sprung in den Drehleiterkorb, der glückte.
Der Einsatz sei „dramatisch“ gewesen, Menschen standen am Fenster und drohten zu springen, sagte ein Feuerwehrsprecher. Christophe Gateau/dpa
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Ein dramatischer Wohnungsbrand in Berlin-Friedrichshain ist am Morgen glimpflich ausgegangen. Eine Person habe bei Eintreffen der Feuerwehrkräfte schon auf dem Fensterbrett des betroffenen Hochhauses gesessen, hinter ihr schwarzer Rauch, sagte Feuerwehrsprecher Adrian Wenzel. Da die Drehleiter nicht bis in den 11. Stock, sondern nur etwa bis in den 9. Stock reichte, musste die Person in den etwa ein bis zwei Quadratmeter großen Drehleiterkorb springen. Dort sei sie von Feuerwehrleuten aufgefangen worden.
Auf einem Video eines Bewohners war zu sehen, wie Teile der Fassade nach unten fielen. Er filmte auch den Drehleiterkorb und den Moment des Sprungs - auf den Bildern ist der Korb von unten zu sehen und wie beim Aufkommen der Person wackelt. Kurz darauf ist zu hören, wie Leute „Ja“ und „Jawoll“ rufen, einige klatschen. In dem Drehleiterkorb, der anschließend nach unten gelassen wird, ist eine Frau zu erkennen.
Eine Person habe bei Eintreffen der Feuerwehrkräfte schon auf dem Fensterbrett gesessen, hinter ihr schwarzer Rauch, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Christophe Gateau/dpa
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„Das war wirklich auf Messers Schneide“, sagte Feuerwehrsprecher Adrian Wenzel. Es hätte auch leicht zu einem großen Unglück kommen können. Die Frau sei leicht verletzt worden.
Insgesamt wurden Wenzel zufolge 13 Menschen leicht verletzt, 5 von ihnen wurden per Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht. Auch ein Rettungshubschrauber stand bereit, wurde aber nicht für den Transport benötigt. Viele Menschen wurden durch das Treppenhaus nach draußen geführt.
Das Feuer war am frühen Morgen gegen 6.27 Uhr auf dem Balkon einer Wohnung im 11. Stock in der Straße der Pariser Kommune ausgebrochen, nahe dem Berliner Ostbahnhof. Sehr schnell habe das Feuer auf die Wohnung übergegriffen, sagte Wenzel. Insgesamt hat das Wohnhaus 21 Stockwerke. Am Vormittag wurden 113 Menschen durch die Feuerwehr betreut. Es würden etwaige Verletzungen abgeklärt, es sei aber auch Kräfte für eine psychosoziale Betreuung vor Ort, unter anderem durch das Bezirksamt, das sich auch um die Unterbringung derjenigen kümmere, deren Wohnungen nicht mehr bewohnbar seien.
Auch ein Rettungshubschrauber stand bereit, wurde aber nicht für den Transport benötigt. Christophe Gateau/dpa
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Der Brand war am Vormittag gelöscht, Nachlöscharbeiten liefen aber noch. Der Einsatz sei „dramatisch“ gewesen, sagte Wenzel. „Das muss man nicht alle Tage erleben.“ Auch Sprungpolster hatte die Feuerwehr vor Ort.
Der Rauch hatte sich in dem Hochhaus stark ausgebreitet. Es gebe Nachlöscharbeiten und umfangreiche Kontroll- und Belüftungsmaßnahmen, sagte Wenzel. Die Feuerwehr ist mit mehr als 130 Einsatzkräften vor Ort. Brände in Hochhäusern seien immer herausfordernd, auch weil Material in hohe Stockwerke gebracht und viele Menschen in Sicherheit gebracht werden müssen, sagte Wenzel.
Die Straße der Pariser Kommune wurde zwischen An der Ostbahn und Rüdersdorfer Straße in beide Richtungen gesperrt. Die Polizei bat darum, den Bereich weiträumig zu umfahren.
Das Feuer brach in der Nähe des Berliner Ostbahnhofs in einem Hochhaus mit 21 Stockwerken aus. Christophe Gateau/dpa
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Herausfordernd war für die Feuerwehr auch, dass es am frühen Morgen einen weiteren Großeinsatz gab: Im Märkischen Viertel war im 4. Stock eines zehngeschossigen Wohnhauses ein Feuer ausgebrochen. Bei Eintreffen der Feuerwehr hatte der Brand auf das darüberliegende Geschoss übergegriffen. Dort wurden etwa 70 Personen aus dem Gebäude geführt. Eine Person wurde leicht verletzt.
Insgesamt seien 300 Kräfte der Berliner Feuerwehr durch die beiden Einsätze gebunden gewesen, weshalb die Freiwilligen Feuerwehren für weitere, kleinere Einsätze dazugerufen wurden.