Bahninitiative: Ausbau Leipzig–Chemnitz wird noch teurer
Die Bahninitiative Chemnitz warnt vor weiteren Abstrichen beim Ausbau der Bahnstrecke Leipzig-Chemnitz. Der Grund: Nach bisherigen Schätzungen übersteigen die Kosten deutlich das vorhandene Budget.
Das Göhrener Viadukt der Bahnstrecke Leipzig-Chemnitz. (Archivbild)Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa
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Die Bahninitiative Chemnitz hat vor einer weiteren Kostenexplosion und massiven Abstrichen beim Ausbau der Strecke Leipzig-Chemnitz gewarnt. War zuletzt von rund 750 Millionen Euro für den 44 Kilometer langen Nordabschnitt Geithain-Leipzig die Rede, schätze die DB Infrago die Kosten nunmehr auf rund 1,3 Milliarden Euro, teilte die Initiative mit.
Daher werde befürchtet, dass die Planungen auf eine deutlich abgespeckte Variante hinauslaufen - etwa mit nur wenigen Ausweichstellen oder sogar ohne Elektrifizierung, heißt es. Beide Szenarien bedeuteten das Aus für eine leistungsfähige und resiliente Fernbahnverbindung zwischen Chemnitz und Leipzig.
„Nach langem Einsatz konnten wir gemeinsam mit unseren Partnern einen nahezu zweigleisigen Ausbau sowie die vollständige Elektrifizierung im Südabschnitt erreichen“, erklärte der Sprecher der Bahninitiative, Sebastian Drechsler. „Für den Nordabschnitt war von Anfang an eine durchgehend zweigleisige und elektrifizierte Strecke geplant und zugesagt – dies wird unseren Informationen nach nun in Frage gestellt.“
Machbarkeitsstudie prüft Ausbaumöglichkeiten
Jüngst war bekanntgeworden, dass eine Machbarkeitsstudie zum Nordabschnitt läuft. Ein externes Büro soll eruieren, welche Ausbaumaßnahmen mit dem zur Verfügung stehenden Geld möglich sind. Die Erkenntnisse sollen laut Infrastrukturministerium im Mai vorliegen und dann intern ausgewertet werden.
Die Machbarkeitsuntersuchung soll belastbare Antworten darauf geben, was mit dem verfügbaren Budget erreicht werden könne, sagte Ministerin Regina Kraushaar. „Dabei ist unser Maßstab Takt, Kapazität und Zuverlässigkeit der Bahnverbindung zwischen Chemnitz und Leipzig für die Menschen in der Region“, betonte die CDU-Politikerin. Öffentlich vorgestellt werden sollen sie bei einem Bahngipfel im Juni in Chemnitz.
Die Bahnstrecke zwischen Leipzig und Chemnitz ist nicht nur für viele Pendler wichtig, sondern für die Industrieregion Südwestsachsen auch das Tor zum Bahnknoten Leipzig und dem Fernverkehrsnetz der Bahn. Auch wird sie für den Güterverkehr genutzt. Doch ist die Kapazität stark begrenzt, weil die Strecke nur eingleisig ist und eine Oberleitung fehlt. Seit Jahren wird deswegen um einen zweigleisigen Ausbau samt Elektrifizierung gerungen. Dies soll einen 30-Minuten-Takt im Zugverkehr zwischen beiden Großstädten ermöglichen, ebenso wie Fernzüge bis nach Chemnitz.