Backhaus: Mecklenburg-Vorpommern von Haftung freigestellt
War der gescheiterte Wal-Rettungsversuch Tierquälerei? Und könnten deshalb juristische Konsequenzen drohen? Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister gibt sich gelassen.
Der in der Ostsee mehrfach gestrandete Buckelwal wurde in einem Lastkahn zur Nordsee gebracht. Knapp zwei Wochen später spülte ihn das Meer tot an der dänischen Insel Anholt an. (Archivbild)Marcus Golejewski/dpa
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War der Transport des Buckelwals von der Ostsee zur Nordsee in einem Lastkahn ein Fall von Tierquälerei? Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) sieht möglichen Ermittlungen gelassen entgegen. Das Land Mecklenburg-Vorpommern habe von der privaten Initiative, von der der Rettungsversuch ausging, eine Haftungsfreistellung bekommen, sagte Backhaus in der Fragestunde des Landtags in Schwerin. „Die volle Verantwortung hat diese Initiative übernommen.“ Das Land habe die Aktion geduldet.
Das Tier war im März und April mehrfach an der deutschen Ostseeküste gestrandet. Gegen den Rat von Wissenschaftlern duldete Backhaus einen privaten Rettungsversuch. In einer Barge wurde der Meeressäuger zur Nordsee gezogen und freigelassen. Knapp zwei Wochen später spülte das Meer den toten Wal an der dänischen Insel Anholt an.
Minister: Kein Schaden für Wal auf Hoheitsgebiet von MV
Auf dem Hoheitsgebiet Mecklenburg-Vorpommerns sei dem Wal kein Schaden zugefügt worden, betonte Backhaus. Was in den Gewässern Schleswig-Holsteins und Dänemarks passiert sei, die auf dem Weg der Barge mit dem Tier in Richtung Nordsee durchquert wurden, „entzieht sich unserer Kenntnis“. Dies sei nicht die Verantwortung des Landes Mecklenburg-Vorpommern.
Der Buckelwal wurde in einer Barge durch die Ostsee gezogen.Christoph Reichwein/dpa
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Auf die Frage der CDU-Abgeordneten Beate Schlupp, ob die Barge überhaupt für den Transport des zwölf Meter langen Meeressäugers geeignet war, sagte Backhaus, dies sei in einem Gutachten geprüft worden. Es seien Verbesserungen vorgenommen worden. So seien große Sandsäcke aufgestellt worden, damit das Tier bei Seegang nicht gegen die Bordwand prallt. Wissenschaftler hätten die Transportfähigkeit des Tiers festgestellt.
Backhaus sagte weiter, es sei mit der Initiative vereinbart gewesen, dass die Barge in der Nordsee abgesenkt und der Wal ins freie Wasser entlassen wird. Ob das so geschah, wisse er nicht. „Wie das Tier entlassen worden ist, entzieht sich unserer Kenntnis.“