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BSI warnt nach Daten-Leak vor erhöhter Cyber-Bedrohung

Nach dem Daten-Leak in Berlin warnt das BSI vor gezielten Phishing-Angriffen und rät Betroffenen, besonders wachsam zu sein. Auch mit Blick auf die anstehenden Wahlen gibt es Befürchtungen.

05.09.2026

Das BSI warnt vor erhöhter Bedrohung durch Cyber-Attacken. (Archivbild)Oliver Berg/dpa

Das BSI warnt vor erhöhter Bedrohung durch Cyber-Attacken. (Archivbild)Oliver Berg/dpa

© Oliver Berg/dpa

Nach der Veröffentlichung von Daten der Berliner Verwaltung durch Cyberkriminelle weist das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) auf eine erhöhte Bedrohungslage hin. „Das BSI weist explizit darauf hin, dass sich aus der Veröffentlichung gestohlener Daten verschiedene Risiken für die Betroffenen und letztlich für die Gesellschaft ergeben können“, erklärte ein Sprecher. 

Für den politischen Raum bestehe insbesondere vor Wahlen die Gefahr sogenannter Hack & Leak Operationen. Dabei werden gestohlene Dokumente, E-Mails oder Ähnliches zu einem für den Angreifer günstigen Zeitpunkt veröffentlicht und dabei womöglich in einen falschen Zusammenhang gerückt. In Berlin wird am 20. September ein neues Abgeordnetenhaus gewählt.

Tat vermutlich „ausschließlich finanziell motiviert“

Dass die kriminellen Hacker, die nach dem Ablauf ihres Ultimatums an den Berliner Senat die von ihnen erbeuteten Daten online gestellt haben, eine politische Absicht verfolgen, wird laut BSI jedoch nicht vermutet. Man gehe davon aus, dass die Tat „ausschließlich finanziell motiviert“ gewesen sei.

Das BSI weist zudem auf eine erhöhte Bedrohung durch gezielte Phishing-Angriffe nach dem Datenabfluss hin. Insbesondere Menschen, die in Kontakt mit betroffenen Personen oder Institutionen standen, sollten deshalb besonders aufmerksam sein. „Darüber hinaus können Daten, die Informationen zu kritischen Infrastrukturen, Unternehmen und Organisationen enthalten, je nach Sensibilität der Daten ebenfalls eine Erhöhung der Bedrohungslage bewirken“, warnt das Bundesamt. Betroffene sollten prüfen, ob sie konkret von einem Datenleak betroffen sind und welcher Art die veröffentlichten Daten sind sowie gegebenenfalls Prozesse zu verändern.

Forderung von rund zwei Millionen Euro

Die Berliner Verwaltung hatte den am 14. August bekanntgewordenen Cyberangriff bestätigt. Die kriminelle Hackergruppe Rhysida forderte ein Lösegeld von 30 Bitcoin - umgerechnet rund zwei Millionen Euro. Der Berliner Senat erklärte, nicht zahlen zu wollen. Nach dem Verstreichen einer Frist am Freitagnachmittag machte die Hackergruppe ihre Drohung wahr: Es wurde ein 5,8 Terabyte großes Datenpaket im Darknet veröffentlicht.