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BASF setzt angekündigten Verkauf von Wohnungen teilweise aus

Der Chemiekonzern möchte sich stärker auf sein Kerngeschäft konzentrieren. Deshalb kündigte er an, Immobilien zu Geld zu machen - was nicht unumstritten ist. Nun gibt es eine neue Entwicklung.

23.07.2026

BASF hatte im Februar über den geplanten Verkauf informiert. (Archivbild)Uwe Anspach/dpa

BASF hatte im Februar über den geplanten Verkauf informiert. (Archivbild)Uwe Anspach/dpa

© Uwe Anspach/dpa

Der Chemiekonzern BASF hat überraschend den angekündigten Verkauf von Werkswohnungen seiner Tochtergesellschaft zum Teil ausgesetzt. Das Geschäft würde derzeit nicht den angestrebten Mehrwert erzielen, teilte das Unternehmen mit. „Wir sehen uns in der Verantwortung, wirtschaftlich nachhaltige Entscheidungen zu treffen“, sagte Helmut Winterling, der Präsident der Europäischen Verbundstandorte bei BASF. „Ein nicht wertsteigernder Verkauf ist daher keine Option für uns.“

Die Voraussetzungen am Immobilien- und Kapitalmarkt hätten sich in den vergangenen Monaten maßgeblich verändert, schilderte Winterling. BASF hatte im Februar über den geplanten Verkauf informiert. Hintergrund ist die strategische Ausrichtung. Der Konzern will sich mehr auf sein Kerngeschäft konzentrieren, um die Wettbewerbsfähigkeit und das Stammwerk zu stärken.

Wie die Stadt Ludwigshafen reagiert

Ursprünglich handelte es sich um 1.100 Eigentumswohnungen, die an verschiedene einzelne Käufer verkauft werden sollen, sowie 3.300 Wohnungen, die als Paket inklusive Gebäude an einen Kaufinteressenten gehen sollen. Nun teilte BASF mit, der Verkauf des Pakets werde bis auf weiteres ausgesetzt, der Verkauf der Eigentumswohnungen aber fortgesetzt. Bei Gewerkschaften und Landespolitik war der geplante Wohnungsverkauf auf Kritik gestoßen.

Die Stadt Ludwigshafen begrüßte den jetzt verkündeten Schritt. „Wir sind fürs Erste erleichtert, dass die BASF das Verfahren zum angekündigten Verkauf der unternehmenseigenen Wohnungen ausgesetzt hat“, sagte Oberbürgermeister Klaus Blettner (CDU). „Im Interesse der Mieterinnen und Mieter braucht es nun Perspektiven und Stabilität nach Wochen und Monaten der Verunsicherung.“

Wie es jetzt weitergeht

Für Mieterinnen und Mieter der betroffenen Wohnungen ergeben sich dem Unternehmen zufolge keine Änderungen für ihre jetzige Wohnsituation. Der Bestand von 3.300 Einheiten, der im Rahmen des Gesamtpakets inklusive Gebäude veräußert werden sollte, bleibt im Eigentum der BASF-Tochter.

Der Verkaufsprozess der rund 1.100 einzelnen, in Eigentumswohnungen umgewandelten Einheiten werde fortgeführt und von der BASF Wohnen + Bauen über die kommenden Jahre selbst koordiniert.

Auch eine Personalentscheidung

„Uns ist eine offene und transparente Kommunikation wichtig“, teilte Johanna Coleman mit, Geschäftsführerin der BASF Wohnen + Bauen GmbH. Deshalb habe man von Beginn klar über die Absichten informiert. „Genauso offen informieren wir jetzt, dass der Verkauf bis auf weiteres nicht stattfinden wird.“

Unterdessen verlängerte BASF den Vertrag mit Vorstandsmitglied Katja Scharpwinkel bis 2030. Als Standortleiterin für das Stammwerk Ludwigshafen ist sie unter anderem auch mit den laufenden Sparprogrammen befasst.