BASF legt dank höherer Preise zu - Tausende Jobs abgebaut
Der Ludwigshafener Chemieriese macht bessere Geschäfte als erwartet. BASF profitiert von den Folgen des Iran-Kriegs. Nun erwartet der Vorstand mehr Gewinn im Gesamtjahr - und wirbt um Evonik.
BASF legt im dritten Quartal bei Umsatz und Ergebnis zu. (Archivbild)Johannes Neudecker/dpa
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Der weltgrößte Chemiekonzern BASF nimmt sich nach einem guten dritten Quartal mehr Gewinn fürs Gesamtjahr vor und kommt bei seinem Stellenabbau voran. Seit Anfang 2024 sei die Zahl der Beschäftigten weltweit um 8.600 reduziert worden, berichtete Finanzvorstand Dirk Elvermann in Ludwigshafen. „Bei der Straffung unserer globalen Organisation machen wir große Fortschritte.“ In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres seien mehr als doppelt so viele Stellen abgebaut worden wie im gesamten Vorjahr. Rund 93.000 Beschäftigte hat der Dax-Konzern weltweit noch.
BASF stemmt sich mit einem Konzernumbau und Sparprogrammen gegen die Krise in der Chemieindustrie. Neben niedrigeren Fixkosten durch die Umbaumaßnahmen sorgten im dritten Quartal auch deutliche Zuwächse im Kerngeschäft für Rückenwind. Denn der Chemiekonzern, der den Essener Spezialchemiekonzern Evonik übernehmen will, kann die Folgen des Iran-Kriegs für sich nutzen.
Chemiebranche profitiert vom Nahost-Konflikt
BASF profitiere dabei von höheren Preisen, die nach der Eskalation im Nahen Osten erzielt werden konnten, erklärte Vorstandschef Markus Kamieth. Der Iran-Krieg trifft die Konkurrenz in Asien hart, da sie stark von Energielieferungen abhängig ist. Die Nachfrage von Kunden hat sich dadurch zu Unternehmen in Europa verschoben.
Der BASF-Vorstand hebt die Prognose für das Gesamtjahr an. (Archivbild)Florian Wiegand/dpa
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Im dritten Quartal erzielte der Dax-Konzern ein operatives Ergebnis von 1,64 Milliarden Euro und übertraf damit deutlich die Erwartungen von Analysten. Im Vorjahreszeitraum hatte BASF hier 1,43 Milliarden Euro ausgewiesen. Der Umsatz legte im Zeitraum von Juli bis September wegen höherer Preise und Mengen um 14,2 Prozent auf 16,36 Milliarden Euro zu.
Werben um Evonik
Um sich gegen die internationale Konkurrenz breiter aufzustellen, strebt BASF eine Übernahme des Spezialchemiekonzern Evonik an. Ein Zusammenschluss wäre eine starke deutsche Antwort auf den globalen Wettbewerb, begründete Kamieth jüngst das Werben von BASF. Es gehe um die Entscheidung, alleine kleiner oder gemeinsam größer zu denken. Zuletzt erhöhten die Ludwigshafener ihre höhere Offerte für Evonik auf 24 Euro je Aktie oder gut 11 Milliarden Euro, wie die dpa erfuhr.
Der Chef des CDU-Sozialflügels, Dennis Radtke, äußerte sich kritisch zu den Plänen. Er befürchte, dass eine Übernahme von Evonik Tausende Arbeitsplätze kosten werde, sagte der Vorsitzende der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) der „Westdeutschen Allgemeine Zeitung“. „Ich denke, es wäre am besten, den ganzen Vorgang zu beenden. Mir erschließt sich nicht, wo die Vorteile einer Übernahme von Evonik durch BASF liegen sollen.“
Umsatzplus auch in Deutschland
Im dritten Quartal bescherte BASF vor allem das Geschäft in China ein deutliches Erlösplus. Aber auch die Umsätze in Europa und auf dem deutschen Markt legten nach Angaben des Unternehmens im dritten Quartal zweistellig zu. Unter dem Strich fiel der auf die Aktionäre entfallende Gewinn unter anderem wegen Restrukturierungskosten um knapp 10 Prozent auf 155 Millionen Euro.
Wegen der positiven Geschäftsentwicklung sei die Prognose für das Gesamtjahr angehoben worden, berichteten Kamieth und Elvermann. Für 2026 peilt BASF nun ein um Sondereinflüsse bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 7,4 Milliarden bis 7,8 Milliarden Euro an. Zuletzt hatte der Vorstand 6,9 Milliarden bis 7,7 Milliarden Euro im Visier.
Der Chemiekonzern BASF hat ein gutes Quartal hinter sichUwe Anspach/dpa
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Der Chemiekonzern will für mehr Effizienz bis Ende 2026 jährliche Kosten von 2,3 Milliarden Euro einsparen. Beim Stellenabbau ist vor allem das Stammwerk in Ludwigshafen im Fokus. Eine Zielmarke für den Jobabbau hat das Management nicht vorgelegt.
BASF wirbt um Evonik. (Archivbild)Helge Toben/dpa
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