Aufbruch mit Klopp? Das sind die fünf deutschen Mutmacher
Viele Talente, einige Sturmhoffnungen und ein DFB mit soliden Finanzen: Warum der Neustart der Nationalelf mit Jürgen Klopp echte Aufbruchstimmung verspricht.
Jürgen Klopp soll neuer Bundestrainer werden. (Archivbild)Eric Gay/AP/dpa
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Das frühe WM-Aus ist längst nicht verarbeitet, die Stimmung in Fußball-Deutschland nah am Tiefpunkt. Die sich anbahnende Verpflichtung von Jürgen Klopp als Bundestrainer ist ein Aufbruchsignal. Doch es gibt noch mehr Hoffnungen auf eine erfolgreichere Zukunft.
Der Klopp-Faktor
Misserfolg? Kennt Jürgen Klopp nicht. Selbst, als er in seiner letzten Dortmund-Saison nach 19 Spieltagen Letzter war, führte er das Team noch in den Europapokal. Er küsste den FC Liverpool wach, wurde selbst durch seine Zeit an der Anfield Road zur weltweiten Marke. Und diese steht für Emotionalität, Sympathie und Titel. Eine Nationalmannschaft ist Neuland für den Schwaben, aber er hat bewiesen, dass er unterschiedliche Mannschaften nachhaltig verbessern kann.
Die Finanzen des DFB
Der DFB ist mit über acht Millionen Mitgliedern der größte nationale Sportverband der Welt. Doch bei den Finanzen war die Lage lange Zeit angespannt. Der DFB-Campus in Frankfurt kostete 180 Millionen Euro, sportlicher Erfolg bei den Weltmeisterschaften von 2018 bis 2026 und damit Prämien blieben aus, die Sommermärchen-Steueraffäre kostete über 20 Millionen Euro an Nachzahlungen.
DFB-Präsident Bernd Neuendorf freut sich auf die Nike-Überweisungen. (Archivbild)Britta Pedersen/dpa
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Doch man konsolidierte sich, erwirtschaftete 2025 einen Überschuss von 19 Millionen Euro, verfügt über 188 Millionen Euro Eigenkapital. Ab 2027 kommt Nike als neuer Ausrüster an Bord - für dem Vernehmen nach 100 Millionen Euro pro Jahr bis 2034. Der Verband hat das Tal finanziell wohl durchschritten. Bis 2029 möchte der Verband schuldenfrei sein.
Der junge Kern
Der Großteil der Nationalmannschaft ist nicht nur hoch veranlagt, sondern auch noch sehr jung. Florian Wirtz und Jamal Musiala sind 23 Jahre alt, Aleksandar Pavlovic erst 22 und einer wie Assan Ouédraogo gar erst 20. Bayern-Jungstar Lennart Karl (18) war schon ein echter Hoffnungsträger für die WM in Amerika, verletzte sich aber vor dem letzten Testspiel in Chicago und fiel fürs Turnier aus. Dort machte der Neu-Bayer Nathaniel Brown (23) besonders auf sich aufmerksam.
Hoffnungsträger: Nick Woltemade (l) und Assan Ouédraogo. (Archivbild)Federico Gambarini/dpa
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Das Potenzial ist vorhanden, es muss nur reifen und schließlich ausgeschöpft werden. Das sollte den Spielern zunächst in ihren Vereinen und dann unter Klopp beim DFB gelingen.
Erfolg im Nachwuchs
Faktisch hat Deutschland kein Nachwuchs-Problem - zumindest mit Blick auf die jüngere Vergangenheit. Die U17 wurde 2023 Welt- und Europameister, die U19 erreichte 2025 das EM-Halbfinale. Die U21 stand im selben Jahr im EM-Finale. Die Basis ist vorhanden, nun müssen sich die Talente entsprechend entwickeln und im Profi-Fußball durchsetzen. Das dürfte die größte Hürde sein.
Der Stuttgarter Finn Jeltsch gilt als kommender Nationalspieler. (Archivbild)Harry Langer/dpa
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Von den U17-Weltmeistern hat Leipzigs Ouédraogo bereits den Sprung in die Nationalmannschaft geschafft, Finn Jeltsch sich in Stuttgart durchgesetzt. Noah Darvich versucht sich nach einer starken Drittliga-Saison bei Bundesliga-Aufsteiger Elversberg am Durchbruch, Max Moerstedt stagnierte bei Hoffenheim nach gutem Start zuletzt.
Sturm-Problem behoben
Die jahrelange Neuner-Diskussion ist eigentlich obsolet. Deutschland hat wieder mehrere Mittelstürmer-Optionen. Kai Havertz hat bei dieser WM trotz aller Enttäuschung drei Tore erzielt, Deniz Undav ebenfalls und zwei weitere aufgelegt. Hinzu kommt in Nick Woltemade eine deutlich jüngere Alternative. Fasst der 24-Jährige im Club - aktuell ist es Newcastle United - wieder Fuß und kommt in Form, dürfte er auch in der Nationalmannschaft ein Faktor sein.